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Öffentliches Gelöbnis in Husum : 800 Soldaten rund um die Tine

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Uniformen von Heer, Luftwaffe und Marine auf dem Husumer Marktplatz: Zahlreiche Schaulustige verfolgten den feierlichen Appell, der unter Federführung des Spezialpionierregiments 164 „Nordfriesland“ ablief.

Husum | Auf dem Marktplatz in Husum sind am Mittwoch rund 800 Soldaten feierlich vereidigt worden. Bei dem öffentlichen Gelöbnis der Bundeswehr-Angehörigen aus vier Stützpunkten in Schleswig-Holstein sowie aus dem niedersächsischen Nienburg an der Weser versprachen die zumeist jungen Frauen und Männer „der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen“.

Bei der Formel handle es sich um keine leere Worthülse, sagte Oberst Thomas Groeters vom Spezialpionierregiment 164 in Husum an die Soldaten gerichtet. „Sie dienen in Zeiten, in denen es eher en vogue scheint zu kritisieren“, sagte der Kommandeur, der gemeinsam mit dem Husumer Bürgermeister Uwe Schmitz die Ehrenformation abschritt. Ob in Heide, in Flensburg oder im Auslandseinsatz: Ihr Dienst trage dazu bei, den Rechtsstaat zu verteidigen. „Das klingt abgehoben, ist aber konkret“, sagte Groeters und hob den Dienst in Flüchtlingseinrichtungen hervor. Anders als es populistische Strömungen weismachen wollten, kämen die Menschen nicht, um auf „unsere Kosten“ zu leben, sagte er. „Was die Menschen suchen ist eine bombenfreie Nacht (...), Sicherheit, Frieden, Freiheit“, sagte der Kommandeur.

Alina W. hat die Herausforderung Bundeswehr angenommen. „Es ist mir eine große Ehre, so etwas macht man nicht jeden Tag“, sagte die 19-Jährige vor dem Gelöbnisappell, zu dem auch das Marinemusikkorps Ostsee aufspielte. 2015 machte sie ihr Abitur, vor zwei Monaten begann sie den freiwilligen Wehrdienst bei den Pionieren. „Ich probiere es mal aus“, sagte die junge Hamburgerin, die statt bei ihren Eltern nun in der Kaserne in Husum lebt. Nach dem Ende der Grundausbildung in gut vier Wochen solle sie erst mal im Personalbereich arbeiten.

Dabei ist solch ein Wechsel für junge Menschen nicht immer ganz einfach. Das weiß auch Oberst Groeters. Und so galt sein erster Gruß, nachdem die Soldaten hinter ihren Truppenflaggen aufmarschiert waren, auch den Müttern und Vätern. „Anerkennung der Verwandten und Familie ist einer der wesentlichen Faktoren, die motivierend auf unsere Soldaten wirken“, sagte Groeters. Wie zahlreiche andere Soldaten hatte auch Alina W. ihre Eltern zum Gelöbnis mitgebracht. „Sie stehen hinter mir“, sagte sie.

Zeitsoldat Marcel P. weiß bereits genauer, worauf er sich einlässt. Der 34-Jährige war bis 2008 bereits vier Jahre bei der Armee, auch im Auslandseinsatz in Bosnien. Nun hat sich der Elektroinstallateur erneut verpflichtet - als Stabsunteroffizier für Stromanlagen bei der Streitkräftebasis in Husum. „Die Bundeswehr gibt auch Älteren noch eine Chance“, sagte Marcel P., der zuletzt privat im Sicherheitsbereich gearbeitet hatte. Dass auf ihn - anders als auf die freiwillig Wehrdienstleistenden - auch wieder ein Auslandseinsatz zukommt, nimmt er hin. „Das gehört zu meinem Beruf dazu“, sagte er.

Angesichts der Gefahren, die dort womöglich lauerten, sei Husum stolz, dass die „Veranstaltung nicht hinter undurchsichtigen Kasernenzäunen stattfindet“, sagte Bürgermeister Schmitz. „Ihr Arbeitgeber tut alles dafür, die Gefahren zu minimieren, aber ein Risiko bleibt.“

 

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erstellt am 24.Feb.2016 | 19:30 Uhr

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