Grosses Familientreffen in Garding : 76 Mommsens auf einen Schlag

Fototermin mit der Büste von  Stammvater Theodor Mommsen.
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Fototermin mit der Büste von Stammvater Theodor Mommsen.

Sie alle haben einen berühmten Vorfahren: den Historiker und Literaturnobelpreis-Träger Theodor Mommsen. Jetzt kamen sie in seiner Geburtsstadt Garding zusammen, um an ihn zu erinnern.

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04. Juni 2014, 07:00 Uhr

Theodor Mommsen hätte sich gefreut: 76 seiner Nachfahren fanden sich jetzt zum Familientag in Garding ein und erinnerten an ihren großen Verwandten – er war der erste Deutsche, der den Literatur-Nobelpreis erhielt. Das war 1902. Garding kann sich rühmen, die Geburtsstadt des Historikers zu sein. 1817 wurde er im Diakonat am Marktplatz geboren. Allerdings zog die Familie schon 1821 fort, weil der Vater eine Stelle als Diakon in Bad Oldesloe angenommen hatte. In Garding wird die Erinnerung an den Gelehrten gehegt und gepflegt. An den Ortseingängen machen vier Stelen auf diesen besonderen Sohn der Stadt aufmerksam. Im Gemeindehaus am Marktplatz gibt es eine Ausstellung, und auf dem Platz selbst ist seine Büste zu finden. Dort waren am Familientag extra Halteverbotsschilder aufgestellt, um für Fotografen freie Sicht auf die große Familie und die Büste zu gewährleisten. Bürgermeister Ranjet Biermann empfing die Gästeschar gemeinsam mit Dieter Staacken, dem Ehrenvorsitzenden des Fördervereins für Kunst und Kultur Eiderstedt. Weite Anreisen hatten die Familienmitglieder zum Teil hinter sich – aus Friedrichshafen am Bodensee, Starnberg, Düsseldorf, Frankfurt, Berlin – und sogar aus der Provinz Saskatchawan in Kanada. Es gab auch ein Geschenk für die Stadt. Peter Mommsen aus Stuttgart, ehemaliger Direktor des Eberhard-Ludwig-Gymnasiums, überreichte die Reproduktion eines Mommsen-Porträts von Franz Seraph Lenbach. Dieter Staacken, dem die großen Stelen an der Stadtgrenze zu verdanken sind, hielt den Festvortrag: „Theodor Mommsen – op platt Tedje Mumm genannt – bleibt für mich ein Markenzeichen einzigartiger Güte. Er war ein Mann, der gegen den Strom schwamm.“ 1895 erhielt Theodor Mommsen das Ehrenbürgerrecht der Stadt; 1903, in seinem Todesjahr, wurde eine Ehrentafel an seinem Geburtshaus angebracht. Schmunzelnd verriet Staacken: „Die Original-Aktentasche, in der damals das Preisgeld des Nobelpreises transportiert wurde, ist in Garding sicher verwahrt.“ Die Bronzebüste Mommsens wurde 1911 feierlich enthüllt. Einst 2,50 Meter hoch, gewährleistet die heutige Ausführung auf dem Marktplatz „eine Betrachtung auf Augenhöhe“, wie Staacken erfreut vermerkte.

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