zur Navigation springen

Diamantene Hochzeit : 60 Jahre Liebe und ein wenig Sturheit

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Anna und Ernst-Wilhelm Carstensen aus Husum feiern heute diamantene Hochzeit.

Husum | Zwischen Husum und Regensburg liegen annähernd 900 Straßenkilometer, und man will meinen, dass die Menschen im hohen Norden und jene im Südosten der Republik von ganz unterschiedlichem Schlag sind. Sind sie aber gar nicht, jedenfalls in der Wahrnehmung von Ernst Wilhelm Carstensen. „Die Bayern und die Norddeutschen sind beide ein bisschen stur“, sagt der 85-Jährige und lächelt.

Er muss es wissen: Schließlich ist der äußerst rüstige Rentner, der noch heute regelmäßig auf dem Tennisplatz steht, seit gut 60 Jahren mit einer Oberpfälzerin liiert. Anna Carstensen wurde in der katholischen Bischofsstadt geboren und ist im nahegelegenen Donaustauf am Fuße der Walhalla aufgewachsen. In Nordfriesland kam sie von Anfang an gut zurecht. Bloß an die Sprache musste sie sich gewöhnen. „Ich verstand kein Wort. Alle haben Platt gesprochen, erzählt die 79-Jährige.

Heute feiert das Paar aus Halebüll Diamantene Hochzeit. In der Husum sind die Ehejubilare allseits bekannt – über drei Jahrzehnte betrieben sie in der Neustadt einen florierenden Imbiss.

Wenn man ganz pingelig ist, ist auch Ernst Wilhelm Carstensen kein waschechter Nordfriese. Er wurde 1932 im holsteinischen Neustadt geboren, doch seine Familie kam nach Husum, als er zwei Jahre alt war. Kennengelernt haben sich die beiden in Anna Carstensens Heimat. Im Sommer 1955 begegneten sie sich beim Tanzen in Regensburg. Den gelernten Molkerei-Fachmann hatte es auf Wanderschaft neben anderen Stationen auch an die Donau verschlagen. An Silvester des gleichen Jahres traf der „Rothaarige mit Brille“ seine flüchtige Bekanntschaft auf einem Ball wieder. Die beiden wurden ein Paar.

Weil Ernst Wilhem Carstensen in seinem Beruf keine rechte Perspektive sah, entschloss er sich zu einer Umschulung beim damaligen Husumer Maschinenbauer Hans Wulff. Anna, die Damenschneiderin war, folgte ihm an die Nordsee. Das war Anfang 1957. Am 7. Dezember ließ sich das Paar trauen. Knapp zwei Jahre später bezogen sie ihr neu gebautes Eigenheim in Halebüll, seinerzeit noch mit Meerblick.

„Das Geld war damals knapp“, erinnert sich Ernst-Wilhelm Carstensen. 1,25 Mark bekam man in der Stunde. Deshalb wollte der Häuslebauer etwas dazuverdienen und heuerte bei seinem Schwager an, der einen Imbiss besaß.

1962 übernahm das junge Ehepaar den kleinen Gastronomiebetrieb, der fortan so etwas wie ihr Lebenswerk werden sollte. „Wir hatten aber nicht bedacht, dass wir kein Wochenende mehr haben werden“, sagt die Jubilarin. Und Urlaub? „War auch nicht. Jedenfalls in den Anfangsjahren. Das Ehepaar, das drei Söhne bekam, arbeitete hart. Der Beziehung hat dies ganz offensichtlich nicht geschadet. „Wir haben Glück gehabt. Wir haben eine ganz normale Ehe geführt“, resümiert Anna Carstensen.

Gefeiert wird am Wochenende, im kleinen Kreis. Mit Familie – dazu gehören auch vier Enkel – sowie einigen Nachbarn und Freunden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen