St. Peter-Ording : 57 Prozent der Gäste wollen faulenzen

Mit seinem riesigen Strand ist St. Peter-Ording auch im Winter ein lohnendes Reiseziel.
Mit seinem riesigen Strand ist St. Peter-Ording auch im Winter ein lohnendes Reiseziel.

Tourismus-Fachleute aus Kiel stellten in St. Peter-Ording die Ergebnisse zweier Urlauberbefragungen vor. 90 Zuhörer waren gekommen, um in den Dialog mit der Tourismus-Zentrale zu treten.

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02. Dezember 2014, 16:45 Uhr

Was will der Gast in St. Peter-Ording? Eine Frage, die alle bewegt, die im Nordseebad ihr Geld mit dem Tourismus verdienen. Beantwortet wurde sie von Kay Ziesemer und Mika Fischer vom Institut für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa (NIT) in Kiel. Sie stellten den gut 90 Zuhörern im Dünen-Hus die Ergebnisse der Gästebefragung 2013 in St. Peter-Ording und der Reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR), deren Geschäftsstelle beim NIT in Kiel angesiedelt ist, vor. Eingeladen hatte die Tourismus-Zentrale (TZ) zu dieser Premiere von „TZ im Dialog“. Die stellvertretende Tourismus-Direktorin Constanze Höfninghoff freute sich über die große Resonanz, zu der von ihr initiierten Veranstaltungsreihe, die im Winterhalbjahr einmal im Monat stattfindet.

Die St. Peteraner Gastgeber haben es mit einer vielfältigen Mischung an Urlaubsgästen mit entsprechend unterschiedlichen Ansprüchen zu tun, das machte Ziesemer deutlich. Die Mehrzahl sind Senioren, nämlich 59 Prozent der Befragten, kinderlose Paare mit gutem Einkommen machen 24 und Familien 17 Prozent aus. Jeder fünfte Übernachtungsgast hat Kinder im Alter unter fünf Jahren. Viele sind Stammgäste: Insgesamt 44 Prozent, bei den Senioren 51 und bei den Familien nur noch 26 Prozent. Das liege daran, dass je älter die Kinder werden, desto häufiger andere Ziele ins Auge gefasst würden, so Ziesemer. „Aber die Familien bleiben langfristig wichtig mit Blick auf potenzielle spätere Urlaubsreisen.“ Die große Mehrheit würde immer noch über Freunde und Verwandte ins Nordseebad gelockt. Aber das Internet holt als Informationsquelle auf, das sei beim Marketing zu bedenken, erläuterte Mika Fischer.

Die Gäste der St. Peteraner sind recht gut betucht. 52 Prozent verfügen über ein monatliches Einkommen von mehr als 2500 Euro, 35 Prozent haben zwischen 1499 und 2499 Euro und 14 Prozent unter 1499 Euro. Laut Reiseanalyse geben sie pro Urlaub 1467 Euro aus. „Der durchschnittliche Feriengast ist qualitäts- aber auch preisbewusst“, sagte Ziesemer. Es werde wichtiger in Zukunft in die Qualität der Unterkunft zu investieren. Wichtig sei es auch, sich um Stammgäste zu bemühen. „Denn die Kunden, die nach Schleswig-Holstein reisen, können auch woanders hinfahren, und die Ziele sind auch noch nicht ausgebucht“, betonte Ziesemer.

Weswegen machen die Menschen Urlaub in St. Peter-Ording? Die meisten wollen sich laut Reiseanalyse erholen (92 Prozent) und den Strand (81) genießen. Weit dahinter ist dann Natur- (28) und Radurlaub (18) angegeben. Und 57 Prozent wollen faulenzen. Ganz vorne bei den Auswahlkriterien für einen St. Peter-Urlaub liegen Klima, Luft, Landschaft, Lage, Strand und Radfahrmöglichkeiten. Mächtig aufgeholt hat dabei das Weltnaturerbe. „Beim Natururlaub ist noch Potenzial nach oben“, sagte Mika Fischer.

Insgesamt sind die Gäste mit St. Peter-Ording sehr zufrieden. Die Bademöglichkeiten, das Kur-, Gesundheits- und Wellnessangebot sowie die Beschilderung der Radwege wurden sogar überdurchschnittlich bewertet. Auch der Öffentliche Personennahverkehr, die Angebote für Kinder, der Service und die Freundlichkeit der Vermieter wurden mit gut bewertet. 66 Prozent würden sogar in den nächsten drei Jahren wiederkommen.

Aber was gefällt den Gästen nicht in St. Peter-Ording, warum kommen sie nicht wieder? Das wollten etliche Zuhörer in der regen Diskussion wissen. In den vorliegenden Befragungen war das bislang nicht Thema. Constanze Höfinghoff versprach, es in die nächste Gästebefragung 2015 mit aufzunehmen. Sie verwies auf eine Umfrage der Nordsee-Tourismus-Service-GmbH (NTS). Demnach wollten 30 Prozent woanders hin, 22 Prozent nannten schlechtes Wetter, sieben gefiel das von Windrädern und Solaranlagen gestörte Landschaftsbild nicht und 15 Prozent wussten nicht, warum sie nicht wiederkommen wollten.

Für die Zukunft sehen Ziesemer und Constanze Höfinghoff große Chancen für St. Peter-Ording in der Belebung der Vor- und Nachsaison, da sei besonders der Natururlaub interessant.

Der nächste Abend „TZ im Dialog“ findet am Mittwoch (17.) ab 17.30 Uhr im Dünen-Hus statt. Dann heißt es „Blick hinter die Kulissen – die Dünen-Therme 2015.“

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