Unfall auf der B 5 : 57-jähriger Motorradfahrer schwer verletzt

Rund 30 Meter von der eigentlichen Unfallstelle entfernt landete der Motorradfahrer mitsamt seiner Maschine im Graben.
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Rund 30 Meter von der eigentlichen Unfallstelle entfernt landete der Motorradfahrer mitsamt seiner Maschine im Graben.

Schwerer Verkehrsunfall bei Oldenswort: Beim Überholen stieß ein 57-jähriger Motorradfahrer mit einem Kleinlaster zusammen, der in gleicher Fahrtrichtung aus der Kolonne ausscherte.

shz.de von
17. Juli 2015, 14:30 Uhr

Oldenswort Bei einem schweren Verkehrsunfall, der sich am Freitag, 17. Juli, um 10.50 Uhr auf der Bundesstraße 5 bei Hemmerdeich ereignete, wurde ein Motorradfahrer schwer verletzt. Der 57-Jährige Biker befuhr die zu diesem Zeitpunkt die stark befahrene Schnellverkehrsader in Richtung Süden. In Höhe Hemmerdeich bot sich ihm die Gelegenheit zum Überholen. Doch just in dem Moment, in dem der Nordfriese sich mit seiner schweren Honda neben einem Klein-Lkw befand, scherte dieser aus – vermutlich, um ebenfalls zu überholen. Der Motorradfahrer scherte über die linke Fahrspur aus, geriet mit hoher Geschwindigkeit auf den linksseitigen Grünstreifen – und landete dabei 35 Meter weiter in einem Graben. Da dies mit großer Wucht geschah, rissen auf dem Wege dorthin diverse schwere Motorradteile wie Lenker, Frontverkleidung, Tachoaufbau und Gepäcktaschen ab. Ein in diesem Moment vorbeikommender Lkw der Straßenmeisterei sicherte die Unfallstelle sofort ab; rasch bildete sich ein langer Stau in beiden Fahrtrichtungen. Die zentrale Leitstelle Nord in Harrislee alarmierte umfangreich: Aus der Rettungswache Tönning eilten Rettungswagen, Notarteinsatzfahrzeug und Organisationsleiter herbei; Notarzt und Team versorgten den schwerverletzten Motorradfahrer 30 Minuten lang vor Ort, ehe er in eine Klinik verlegt werden konnte. Die Polizei wendet sich nun an Zeugen, die auf der zu diesem Zeitpunkt stark befahrenen B 5 unterwegs waren und fragt: „Wer kann Angaben zu dem besagten Klein-Lkw – eventuell ein Sprinter? – machen.“ Dessen Fahrer setzte seine Fahrt ohne anzuhalten fort. In der Schlange vor der Unfallstelle wollte auch eine ältere Autofahrerin partout nicht anhalten – und preschte an sämtlichen Fahrzeugen auf der Gegenspur vorbei bis an die Unfallstelle vor. Ein Polizeibeamter, der die Dithmarscherin in ihrem dunkelblauen Audi 2.6 Coupe unmittelbar an der Einsatzstelle stoppte und zur Rede stellte, bekam eine dummdreiste Ausrede zu hören: Sie habe nicht gewusst, dass es sich hier um einen schweren Verkehrsunfall handele und sie wartepflichtig gewesen wäre, gab die Fahrerin von sich. Die mit Blaulicht an der Einsatzstelle stehenden Rettungsfahrzeuge will sie ebenso wie einen mit blauem Rundumlicht warnenden Streifenwagen „nicht gesehen haben“. Dass sie dabei obendrein auch noch die Rettungskräfte und Polizeibeamten in höchstem Maße gefährdete – das alles wollte sie „ebenfalls nicht wahrgenommen haben“. Dieses ignorante Verhalten könnte jetzt eine sehr empfindliche Strafe nach sich ziehen. Die Unfallstelle wurde immer wieder voll gesperrt und über einen längeren Zeitraum hinweg der dichte Verkehrs wechselseitig an der Unfallstelle vorbeigeführt. Zeugenhinweise an die Polizei werden unter Telefon 04841/8300 oder den Notruf 110 erbeten.

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