Vogelschutzinsel in der Nordsee : 5000 Brutpaare: Gute Saison für viele Vogelarten auf Trischen

Die Silbermöwen brachten nicht viele Küken durch.
Die Silbermöwen brachten nicht viele Küken durch.

Auf der Vogelinsel im Wattenmeer gibt es Arten, denen es richtig gut geht - bei anderen sieht es nicht so gut aus.

shz.de von
27. Juli 2015, 07:25 Uhr

Trischen | Auf der Vogelinsel Trischen in der Nordsee ist die Brutsaison bislang gut ausgefallen. Für viele Arten sei die Brut erfolgreich gewesen, sagte Nabu-Vogelwartin Christin Kunze. Obwohl das Brutgeschehen zum Teil noch in Gang sei, könne man bei manchen Arten bereits jetzt ein Resümee ziehen, erklärte die Expertin.

Insgesamt zählte sie auf dem Eiland in diesem Sommer knapp 5000 Brutpaare. Die häufigste Art war dabei die Silbermöwe. Doch die bloße Anzahl an Brutpaaren sagt noch nicht allzu viel über den Zustand und die zukünftige Entwicklung einer Population aus.

„Entscheidend ist der Bruterfolg, also die Anzahl flügger Küken pro Brutpaar“, sagte die Ornithologin. Bei der Silbermöwe sei der Bruterfolg vermutlich schlecht. „Während der Beringung vor einigen Tagen haben wir kaum flügge Silbermöwen-Küken gefunden“, sagte Kunze.

Grund könnte die Nahrungsstrategie sein. „Die Silbermöwen suchen ihre Nahrung eher im direkten Umfeld, müssen also mit dem auskommen, was das Wattenmeer vor Ort an Fischen, Krebsen und anderen Kleintieren für sie bereit hält“, erklärte Kunze. Andere Möwen wie die Heringsmöwen würden ein größeres Gebiet abfliegen - „sind also unabhängiger von dem lokalen Nahrungsangebot“. 

Weißwangengänse mit Küken.
Christin Kunze/NABU/dpa
Weißwangengänse mit Küken.
 

Positives gab es hingegen bei der Weißwangen- beziehungsweise Nonnengans zu beobachten. Die Weißwangengans brütete früher fast ausschließlich an der russischen Eismeerküste. Seit den 1970er Jahren hat sie auch ihre Durchzugs- und Überwinterungsgebiete besiedelt und zählt mittlerweile ebenfalls zu den Brutvögeln Mitteleuropas. Auf Trischen wurde sie 2002 erstmals als Brutvogel gesichtet. Kunze zählte in dieser Saison 34 Brutpaare auf der Insel.

Auch die die Graugans gehört erst seit kurzem zu dem Bewohnern Trischens. Sie kam mittlerweile das dritte Jahr in Folge auf die Vogelinsel und war in diesem Sommer mit drei Brutpaaren auf dem Eiland vertreten. Die Singvögel auf der Insel wie Wiesenpieper, Feldlerche, Rohrammer und Bachstelze hatten auch ein positives Brutjahr.

Bei den klassischen Wattenmeervögeln ist der schwarz-weiße Austernfischer mit seinem knallroten Schnabel der bekannteste und mit 90 Brutpaaren der häufigste der sogenannten Watvögel.

Die Kolonie der Rotschenkel umfasste 50 Paare, die in den Salzwiesen ihre Nester hatten. „Wie im letzten Jahr brüteten zwei Sandregenpfeifer-Paare auf Trischen“, sagte Kunze. Sie habe jedoch nur einen einzigen Jungvogel beobachtet. 

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