50 000 Haare pro Quadratzentimeter

Auch junge Bisamratten frisst der Fischotter.
Auch junge Bisamratten frisst der Fischotter.

shz.de von
10. März 2017, 16:06 Uhr

Der Fischotter wird bis zu 130 Zentimeter lang und bis zu zwölf Kilogramm schwer. Sein dichtes Fell mit rund 50  000 Haaren pro Quadratzentimeter machte ihn früher zu einem begehrten Pelztier. Im Mittelalter galt er, weil er im Wasser lebte, als Fisch und damit als Fastenspeise. Noch in Kochbüchern des 19. Jahrhunderts finden sich Rezepte für die Zubreitung. Er selbst frisst Fische, Frösche, Krebse, Muscheln, Schnecken, aber auch Vögel und Bisamratten stehen auf seinem Speiseplan. Er nimmt das, was er am leichtesten erbeuten kann, und ist damit auch eine Art Gesundheitspolizist der Natur, da er geschwächte und kranke Tiere fängt. Der Fischotter ist nachtaktiv. Tagsüber hält er sich in Verstecken auf, die er sich im dichten Gebüsch an Wasserläufen einrichtet. Einen richtigen Bau gräbt er selten. Während er überwiegend an Flüssen und Auen lebt, gab es auch schon Sichtungen am Meer. Das Weibchen wirft einmal im Jahr ein bis drei Junge, die zwölf Monate bei der Mutter bleiben. Das Männchen ist außerhalb der Paarungszeit Einzelgänger. Insgesamt ist der Fischotter scheu und meidet den Menschen. Auch das führte zu seinem Rückgang in der Natur.

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