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Moorschutz in Nordfriesland : 400.000 Euro in die Natur investiert

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das Wilde Moor bei Schwabstedt entwickelt sich zu einem echten Kleinod. Bislang wurden schon gut 400.000 Euro in Erhaltungsmaßnahmen gesteckt.

Die Zeiten, in denen die Natur in einem modernen Industriestaat komplett sich selbst überlassen werden kann, sind längst vorbei. Auf die unterstützende Hand des Menschen ist daher auch das Naturschutzgebiet Wildes Moor bei Schwabstedt angewiesen. Zudem ist es aus naturkundlicher Sicht so bedeutsam, dass es Teil des europäischen Schutzgebietssystems Natura 2000 ist. Daher kann auch die Europäische Union Einfluss nehmen. Sie hat das Land Schleswig-Holstein dazu verpflichtet, den Zustand des Moores zu erhalten und zu entwickeln. Für das rund 730 Hektar große Gebiet wird daher ein sogenannter Managementplan erarbeitet, der jetzt im Rahmen der Sitzung der Lenkungsgruppe in Schwabstedt vorgestellt wurde.

Im Hotel zur Treene waren Flächeneigentümer, Anlieger, Vertreter der lokalen Verbände, Kommunen, Behörden, sowie alle Interessierten zusammengekommen, um sich die Pläne anzusehen und ihre eigenen Wünsche und Vorstellungen vorzutragen. Zuvor allerdings ließ Gebietsbetreuer Christoph Rabeler noch einmal das vergangene Jahr Revue passieren. So erfolgte der erste Spatenstich für die verstärkte Renaturierung im Juli des Vorjahres und der erste Bauabschnitt konnte im April diese Jahre beendet werden. Der finanzielle Aufwand belief sich auf rund 400.000 Euro. So wurden Wälle zum Wasserstauen aufgeschüttet und das Verbindungsstück auf Gemeindegrund von Winnert zur Moorquerung fertig.

Doch das Stauen von Wasser allein reicht nicht, denn nach starken Niederschlägen fließt zu viel davon in das wilde Moor. Daher wurde der das Hochmoor teilende Graben zusätzlich mit Spundwänden gesichert. Nun kann bei zu hohen Wasserständen das Nass über Mönche abfließen. Rabeler wies die Stiftung Naturschutz darauf hin, dass es auf den zu mähenden Flächen bei der Abfuhr von Preßballen zu Verzögerungen komme, so dass die Oberfläche stark in Mitleidenschaft gezogen werde.

Der in Schwabstedt vorgestellte Managementplan ist in erster Linie als eine verbindliche Handlungsleitlinie für Behörden und als fachliche Information für die Planung von besonderen Vorhaben zu sehen. Bei der Umsetzung der Maßnahmen sollen verschiedene Instrumente wie Vertragsnaturschutz, Flächenkauf, langfristige Pacht und konkrete Biotopmaßnahmen zur Anwendung kommen. Wenn es zu keiner Einigung bei notwendigen Erhaltungs- oder Wiederherstellungsplanungen kommt, ist das Land verpflichtete, geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Hierbei kann es auch dazu kommen, dass Grundeigentümer verpflichtet werden, die Umsetzung durch die Naturschutzbehörde zu dulden.

Mit in den Plan sollte nach Einschätzung der Kreisjägerschaft auf alle Fälle die Fallenjagd aufgenommen werden. Denn schon Gebietsbetreuer Rabeler hatte von vielen Prädatoren im Wilden Moor berichtete. „Zwischen April und Juni fielen zahlreiche Reste von Eiern der Bodenbrüter entlang der neu angelegten Stauwälle auf. Ich vermute, dass der überall in der Region aufgetauchte und Feuchtgebiete liebende Enok (Marderhund) dafür verantwortlich ist.“ Viele Enokspuren konnten schon während der Bauphase der Wälle im Winter beobachtet werden.“ Aufgenommen wurde die Fallenjagd zwar noch nicht in den Plan, wohl aber wird die Thematik dort festgehalten. Rabeler: „Die Fuchsjagd ist im Wilden Moor erlaubt. Wäre damals der Marderhund schon bei uns heimisch gewesen, dann wäre er in die Regelung aufgenommen worden. Es muss eine Anpassung stattfinden.“

Noch forscht eine Gruppe von Studenten der Uni Hamburg ohne offiziellen Auftrag im Moor. Sie überprüft den Methanausstoß des Moorkörpers. Und dabei wurde festgestellt, dass die neu aufgestauten Flächen zu Methanquellen werden, erst nach einiger Zeit wird dann durch Oxidation wieder das Klimagas CO2 gebunden. Diese Messreihe soll fortgesetzt werden und wird in den Managementplan aufgenommen.

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