Leck : 37-Jähriger wegen Nötigung angeklagt

Avatar_shz von
16. März 2013, 08:44 Uhr

leck/Niebüll | Hat er der Polizei eine 30-Minuten-Frist zur Herausgabe eines Menschen gestellt? Hat er den Beamten mit der Stürmung des Wohnhauses durch eine Gruppe Demonstrierender gedroht? Die Anhörung des 37-jährigen Angeklagten aus Leck sowie dreier Polizeibeamter vor dem Amtsgericht Niebüll ergab noch kein abschließendes Bild. Am kommenden Freitag wird die Verhandlung daher fortgesetzt.

Wikingerstraße/Ecke Klaus-Groth-Straße am 3. März 2012: Eine Gruppe von Menschen demonstriert vor dem Haus eines verurteilten Kinderschänders. Die Polizei trifft zunächst mit sechs Beamten vor Ort ein, fordert die Gruppe auf, sich auf den gegenüberliegenden Bürgersteig zurückzuziehen. Über ein Megaphon wird zunächst die Menge aufgeheizt. Schließlich setzt sich eine Gruppe in Richtung Wohnhaus in Bewegung. Unter ihnen: der Angeklagte.

Nur zufällig sei er, mit einem Kollegen vom Einkauf zurückkehrend, in den Menschenauflauf geraten, berichtet dieser in der Verhandlung. Erst auf Nachfrage habe der geschiedene Familienvater erfahren, worum es ging, war empört.

Die Aussagen der Polizeibeamten aus Leck und Niebüll werden detaillierter. Ob nun im hinteren Drittel der Gruppe oder vorneweg: Der 37-Jährige ist den Polizisten trotz der Menschenmenge in Erinnerung geblieben. Als wütender Mann, der sich in einer Gruppe von etwa 20 Männern den Beamten bis auf Armlänge nähert und gut hörbar droht - mehrfach. Dass er von den Beamten, die sich schützend vor die Eingangstür des Hauses gestellt hatten, die Herausgabe des Verurteilten gefordert habe, gibt der Angeklagte zu. "Ich hatte Angst um meine beiden Kinder", erklärt er. Erst zwei Wochen vor der Demo habe ein Unbekannter seine neunjährige Tochter angesprochen. "So ein Mensch darf dort nicht wohnen bleiben." Doch mit Umstehenden den Hausfriedensbruch angedroht zu haben, streitet er ab. "Niemals."

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen