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Viele gefährliche Anleger : 350 Bootsstege in Friedrichstadt erfasst

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die vielen Bootsstege in den Friedrichstädter Grachten sind jetzt erfasst, viele sind sehr marode. Sie stellen eine Gefahrenquelle dar, denn gerade Kinder fühlen sich durch die Anleger magisch angezogen.

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erstellt am 02.Sep.2014 | 17:30 Uhr

Idylle pur: Wasserläufe mitten in der Stadt, Ausflugsboote, die nur wenige Meter am Marktplatz vorbeifahren, und Angler, die in Sichtweite des Rathauses auf fette Beute hoffen. Doch nicht alles an den vielen Grachten in Friedrichstadt ist mit idyllisch zu umschreiben. Beim genauen Hinsehen fallen auch die vielen kleinen privaten Bootsanleger auf. Nicht alle sind Schmuckstücke, einige erinnern mehr an die Ansammlung von Gerümpel. Femke Postel vom Ordnungsamt der Stadt ist daher seit Anfang des Jahres in der Stadt unterwegs, um die Anleger zu erfassen. Keine leichte Arbeit, denn immerhin sind mindestens 350 bekannt.

„Wir sind gerade mit der Erfassung durch,“ sagt Femke Postel, doch eine Auswertung hat es noch nicht gegeben. Allerdings bestätigt sie den Eindruck, der in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses geäußert wurde. Gerade im Bereich des Binnenhafens gibt es viele Stege, die eigentlich längst hätten abgerissen werden müssen. „Sie wirken keineswegs vertrauensvoll“, drückt es die Verwaltungsfrau aus. Doch nicht nur im Bereich Binnenhafen, auch am Mittelburggraben und am Westersielzug gebe es einige Wracks. Dabei stört Femke Postel, Bürgermeister Eggert Vogt und den Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein nicht nur die Optik, vielmehr stellen die alten Stege auch eine Gefahrenquelle dar. Denn sie sind von der Landseite her jedermann zugänglich, von der Wasserseite natürlich nur Bootsfahrern.

Lange hat es gedauert, bis geklärt war, wer letztendlich für die vielen Bootsstege zuständig ist. Eigentlich das Land, denn es handelt sich um Landesgewässer. Aber seit Jahren wurden die Bootsstege vernachlässigt. Deren Nummern sind teilweise nicht mehr vorhanden, oder die Stege in einem erbärmlichen Zustand.

Die Ufer der Grachten sind hingegen im Besitz der Stadt, und diese gestattet den Eignern im Winter, dort ihre Wasserfahrzeuge abzustellen. Offiziell genehmigt ist es aber nur, wenn es sich dabei um kleine, offene Boote handelt, die kopfüber auf Böcken stehen. Und das macht die Rechtslage kompliziert, denn welche Seite haftet im Falle eines Unfalls? Die Stadt, auf deren Grund der Steg beginnt – oder das Land, auf dessen Besitz der Bootssteg endet?

Nun wollen Stadt, LKN und Ordnungsamt in einem ersten Schritt die Eigner anschreiben, um auf die Situation aufmerksam zu machen. Viele Stegbesitzer hätten sich einsichtig gezeigt, so Femke Postel, wenn sie mit ihnen während der Zählaktion ins Gespräch gekommen sei. Bürgermeister Eggert Vogt hofft zumindest, dass die erste Etappe des Themas Bootsstege zu Saisonbeginn 2015 vom Tisch sei. Schließlich gehe es um die Sicherheit. „Noch wissen wir nicht, wie es letztendlich einmal aussehen soll“, sagt der Bürgermeister. Es seien noch keine Regeln ausgearbeitet worden, etwa ob es einheitliche Steganlagen geben soll, ob Gebühren erhoben werden sollen oder was mit den alten brüchigen Stegen geschehen soll.

Auf alle Fälle, und da sind sich Vogt und Femke Postel einig, wirken alte Autoreifen als Fender nicht gerade einladend und beeinträchtigen das Gesamtbild der innerstädtischen Grachten negativ. Die Ordnungsamts-Vertreterin kann aber noch nicht sagen, wann die Eigner angeschrieben werden, denn dieses Thema sei nur ein Teilaspekt ihrer Arbeit.

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