Biogas : 300 Besuchern informierten sich

Besucher erhielten viele Informationen. (Foto: Dieter Wrege)
Besucher erhielten viele Informationen. (Foto: Dieter Wrege)

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12. Juni 2008, 07:05 Uhr

Neukirchen | Emil-Nolde-Schule, Kindergarten und Sporthalle werden jetzt mit Wärme aus der Biogasanlage der "Biogas RAN GmbH & Co.KG" versorgt. Diese drei Abnehmer und vier Bauernhöfe zahlen vier Cent pro Kilowattstunde. Besonderheit: Das Neukirchener Schwimmbad erhält kostenlos Wärme aus der Anlage.
Verbrauch: täglich 32 Tonnen Material
Die nach kurzer Bauzeit fertig gestellte Anlage südöstlich der geschlossenen Ortslage hielt einen Tag der offenen Tür ab. Dipl.-Ing. Uwe Petersen, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft, stellte das Gebäude vor. Die Idee zum Bau einer Anlage hatte 2005 der Landwirt Edmund Freitag. Er und 22 bäuerliche Kollegen aus den Gemeinden Rodenäs, Aventoft und Neukirchen (daher das Kürzel RAN) schlossen sich ihm an und gründeten eine Gesellschaft. Nach Vorstellung der Planung im damaligen Amt und in den Gemeinden sowie drei Infoveranstaltungen ging es flott voran. Die Pläne entstanden auf dem Reißbrett der Bielefelder "Biogas Nord", nachdem die Wiedingharder Landwirte 20 Anlagen besichtigt hatten. Das Betreiberkonsortium entschied sich für eine Anlage, die mit einem hohen Grasanteil beschickt wird. Sie schluckt täglich 32 Tonnen Material: je neun Tonnen Gras und Ganzpflanzensilage (GPS), vier Tonnen Mais und zehn Tonnen Gülle. Für den Anbau der "Ingredienzien" haben die Betreiber 260 Hektar Anbaufläche zur Verfügung und 50 weitere Hektar in Reserve. Eine Besonderheit ist, dass das Konzept der Neukirchener Anlage dem Vernehmen nach keine (Mais-) Monokultur zur Folge haben soll.
Zur Sicherheit Öl bunkern
Die Kapazität bezifferte Uwe Petersen mit 500 kW elektrischer und 560 kW Wärmeenergie. Unter normalen Voraussetzungen wird die "Biogas RAN" 3,75 Millionen Kilowattstunden Strom in das E.ON-Hanse-Netz einspeisen - und etwa 4,25 Millionen kWh Wärme in das Dorfnetz. Ansonsten wären dazu 350 000 Liter Heizöl erforderlich. Für eventuelle Störungen der Anlage empfehlen die Betreiber, den bisherigen Energielieferanten Heizöl in Reserve zu halten. Die Kosten für die Anlage bezifferte Geschäftsführer Petersen mit 2,7 Millionen Euro. Darin enthalten sind 450 000 Euro für den Bau des Wärmenetzes.
Bio-Wärme
Häufig gestellte Frage von etlichen der 300 Besucher: „Wann kommt Bio-Wärme ins Dorf?“ Darauf erklärte Uwe Petersen, dass die Betreibergesellschaft Infoveranstaltungen plane, um das Interesse an der relativ kostengünstigen Wärmeversorgung zu erkunden. „Sollte sich ein konkreter Bedarf ergeben, denken wir daran, die Anlage zu erweitern.“

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