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Neue Steuer in Husum : 250.000 Euro durch Zweitwohnungen

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Eine neue Steuer lässt den städtischen Haushalt um eine Viertelmillion Euro anwachsen. Das Kämmereiamt prüft nun, wer alles zahlen muss – und wieviel.

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erstellt am 12.Okt.2017 | 09:00 Uhr

Wie füllt man ein notorisch knappes Stadtsäckel? Indem man sich Gedanken macht, wo noch der eine oder andere Euro liegt, den man zum Wohle des Haushalts generieren kann. Genau das hat die Stadtvertretung getan und Ende vergangenen Jahres beschlossen, in Husum ab 1. Januar 2017 eine Zweitwohnungssteuer einzuführen. Und zwar gleich von 14 Prozent des Jahresmietwertes. Inzwischen kann das Kämmereiamt recht stolze Ergebnisse vorweisen.

„Wir haben anhand der Daten des Einwohnermeldeamtes zunächst geprüft, wer überhaupt steuerpflichtig sein könnte“, sagt Stadtkämmerer Dirk Pohlmann. 919 Menschen seien nach diesen Daten schon mal dafür in Frage gekommen. „Aber erfahrungsgemäß sind da immer viele dabei, die sich einfach nur seit Jahren nicht mehr korrekt umgemeldet haben.“ Und nach eingehender Prüfung seien bisher 121 Fälle für die steuerliche Erstveranlagung übrig geblieben.

Vom Rest hätten sich schon mehr als 60 Geprüfte vom Zweit- auf den Erstwohnsitz in Husum ummelden müssen. „Das ist der eigentliche Hauptgewinn der ganzen Aktion, denn für diese ,Neubürger‘ bekommen wir jetzt pro Kopf und Jahr 1.100 Euro mehr an Schlüsselzuweisung vom Land“, sagt Pohlmann erfreut.

Natürlich habe man aber nicht nur diejenigen ins Auge gefasst, die mit Zweitwohnsitz in Husum gemeldet sind: „Wir haben auch 2500 Eigentümer von Immobilien im Stadtgebiet ausfindig gemacht und angeschrieben, die nicht hier gemeldet sind“, erläutert Pohlmann. „Aus dieser Gruppe haben wir bereits 75 Steuerpflichtige identifiziert.“ Da die Anschreiben aber in Etappen versandt worden sind, um zu lange Wartezeiten bei der Bearbeitung zu vermeiden, warte er hier noch auf 400 bis 500 Rückmeldungen.

Von den 121 sicheren Fällen seien für dieses Jahr erst einmal jeweils 880 Euro als Vorauszahlung verlangt worden. „Wir haben auch 45 Ferienwohnungen auf dem Zettel, bei denen Steuerpflicht besteht. Aber hier können wir die Veranlagung erst nach Ablauf des Jahres anhand der konkreten Verfügbarkeit vornehmen.“ Im Januar werde an alle Zweitwohnungssteuerpflichtigen die Aufforderung zur Abgabe der Steuererklärung für 2017 versandt, die innerhalb von zwei Wochen abgegeben werden müsse. Pohlmann hofft, dass sein Kämmereiamt diese bis Ostern abgearbeitet haben wird. „Erst dann können wir genaue Zahlen vorlegen.“ Er sei aber sicher, dass die zugrunde gelegte Vorausberechnung von 250.000 Euro zusätzlich zutreffen werde. Das Geld, so Pohlmann, werde dafür verwendet, die freiwillig geleisteten sozialen Ausgaben aus dem Etat – wie etwa für die Kinderbetreuung – zu refinanzieren.

Soziale Gesichtspunkte hatten übrigens auch die Stadtvertreter im Sinn, als sie die Satzung über die Erhebung der Zweitwohnungssteuer beschlossen: So sind Soldatenunterkünfte in den Kasernen genauso ausgenommen wie als Dienstwohnung zugewiesene Unterkünfte oder Wohnungen, die von freien Trägern der Wohlfahrtspflege aus therapeutischen Gründen oder zur Pflege zur Verfügung gestellt werden. Auch Jugendliche, die in Husum eine Ausbildung absolvieren und noch in der elterlichen Wohnung gemeldet sind, werden nicht zur Kasse gebeten. „Der politische Wille war, nur diejenigen mit dieser Steuer zu belegen, die sich aufgrund ihrer Vermögensverhältnisse eine zweite Wohnung in Husum leisten können“, so Pohlmann.

 

 

 

 

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