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Sozialer Wohnungsbau wird intensiviert : 23.000 Euro monatliche Mieten für Asylbewerber

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

In diesem Jahr sind dem Amt Eiderstedt bereits 21 Flüchtlinge zugewiesen worden. Der soziale Wohnungsbau wird im Zeichen der Flüchtlingskrise laut Amtsdirektor bereits mit einem Sonderprogramm intensiviert.

Im Zeichen der Flüchtlingskrise sollte der soziale Wohnungsbau wieder verstärkt werden, forderte ein Zuhörer in der jüngsten Ausschuss-Sitzung des Amtes Eiderstedt. Amtsdirektor Herbert Lorenzen bestätigte, dass hierfür bereits ein Programm aufgestellt sei. „Wann was greift und umgesetzt werden kann, steht auf einem anderen Blatt“, sagte Lorenzen. Auch Boy Jöns, Bürgervorsteher von St. Peter-Ording, schaltete sich in die Debatte ein. Diesbezüglich habe seine Gemeinde ein großes Projekt vor. Wo früher eine Diskothek stand, soll ein Gebäudekomplex mit mehr als 70 Wohnungen entstehen, darunter gut 30 mit Sozialbindung.

Zum Stand der Asylbewerberlage im Amt Eiderstedt hatte Jochen Guhlke Zahlen vorgelegt. So seien im vergangenem Jahr 242 Asylsuchende dem Amt zugewiesen worden. Kreisweit seien es gut 3000 Personen gewesen. Für das laufende Jahr seien 314 hilfesuchende Personen vorgesehen. „Bisher sind uns bereits 21 in diesem Jahr zugewiesen worden.“ Ob die vorgegebenen Zahlen eintreffen werden, müsse sich jedoch zeigen, so Guhlke weiter. Entsprechend der Einwohnerquote seien für die einzelnen Gemeinden Aufnahmekontingente festgelegt worden. Manche Orte hätten jedoch mehr Asylsuchende aufgenommen. So hätten beispielsweise Garding und Tönning fast doppelt so viele Menschen aufgenommen, wie eigentlich vorgesehen. Derzeit seien im etwa 40 Wohnungen vom Amt angemietet und mit etwa 150 Personen belegt. Die monatlichen Kosten belaufen sich auf gut 23.000 Euro. Außerdem sei man noch mit drei größeren Wohnprojekten in Verhandlungen. Dort könnten eventuell nochmals 90 Personen aufgenommen werden, rechnete Guhlke vor. Weiter kämen noch die Strom- und Heizkostenrechnungen hinzu. „Als Mieter müssen wir für eventuelle Schäden aufkommen.“ Zwar gab es einen Bundeszuschuss, doch am Ende musste das Amt ein Minus von 83.000 Euro verbuchen.

Auch die geplante Kreisumlagenerhöhung um 2,5 Prozent schlug in der Sitzung wieder hohe Wellen. Der vom Gemeindetag errechneten Maximal-Erhöhung von 1,17 Prozent könne der Oldensworter Bürgermeister Frank-Michael Tranzer nur mit Bauchschmerzen und aus Solidaritätsgründen zustimmen.“ Hingegen stellte Wilfrid Massow klar, dass er den Vorschlag ablehnen werde. Auch Amtsdirektor Herbert Lorenzen machte aus seiner ablehnenden Haltung keinen Hehl. „Die Umlagelast wird immer höher geschraubt, das kann so nicht weitergehen.“ Schon jetzt könnten 13 Gemeinden des Amtes ihren Haushalt nicht mehr ausgleichen, weil die finanziellen Lasten zu hoch seien. Auch Jöns sprach sich deutlich gegen die Finanzpolitik des Kreises aus und stellte fest: „Es ist zu wenig Geld im öffentlichen Raum. Wir brauchen eine Revolution der öffentlichen Kassen.“ Mit einer Gegenstimme verabschiedete das Gremium schließlich die Stellungnahme zur geplanten Kreisumlagenerhöhung. Eine weitere Erhöhung der Umlage um 1,33 Prozent lehnte das Amtsgremium hingegen ab.

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