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Volkshochschule Husum : 22 Parkplätze mehr? Ein teurer Spaß!

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Diskussion um weitere Stellflächen an der Volkshochschule geht weiter: Nun basteln Verwaltung und Politik an einer „kleinen Lösung“. Denn neue Plätze zu schaffen kostet eine sechsstellige Summe.

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erstellt am 24.Feb.2015 | 16:00 Uhr

Hans-Christian Hinrichs (SPD) sprach aus, was die anderen Mitglieder des Bauausschusses dachten: „Schön, wenn dieses Thema dann auch mal durch wäre.“ Gemeint war die Parkplatz-Situation rund um die Volkshochschule. Schon seit Monaten fordert VHS-Direktor Hans-Peter Schweger eine Aufstockung des Angebots. Doch das könnte teuer werden, wie Christine Friedrichsen vom Gebäudemanagement ausführte. Und seitens der Politik gibt es manchen, dem sich die Sinnhaftigkeit einer Aufstockung ohnehin nicht erschließt.

Doch der Reihe nach. Im November vergangenen Jahres hatte die Verwaltung den Auftrag erhalten, eine Öffnung der Feuerwehrzufahrt als Durchfahrt zum Parkplatz Warthesteig zu prüfen (wir berichteten). Außerdem sollte sie der Frage nachgehen, ob es rechtlich zulässig sei, entlang dieser Durchfahrt zusätzliche Autostellplätze zu schaffen. Seitens der Brandschutzaufsicht des Kreises Nordfriesland habe es hierzu keine Einwände gegeben, erläuterte Friedrichsen. Allerdings seien für die Umnutzung der Außenflächen ein Bebauungsplan sowie ein Immissionsschutz-Gutachten nötig.

Bei einer Versammlung der Anlieger im Januar war deutlich geworden, dass diese im Falle einer Öffnung der Zufahrt weitere Lärm- und Abgas-Belastungen befürchteten. Ferner seien die vorhandene Grandschicht und der Mutterboden für die Durchfahrt und eine Verlegung von Rasengittersteinen nicht geeignet, so Friedrichsen.

Am Ende ließ die Frau vom Gebäudemanegement Zahlen sprechen: Die 22 zusätzlichen Stellplätze, die in Rede stehen, kosteten einschließlich Gutachten 52  500 Euro. Weitere 10  000 Euro entfielen auf Feuerwehrzufahrt nebst Beleuchtung und 12  500 Euro auf die Bauleitplanung. „Und dann ist da ja noch die Lärmschutzwand entlang der Zufahrt.“ Die schlüge mit 1300 Euro pro Quadratmeter zu Buche, zusammen also eine sechsstellige Summe.

Dass sämtliche Maßnahmen rechtlich in Ordnung seien, geriet angesichts solcher Summen beinahe zur Nebensache. Überlegungen, die Aschenbahn auf dem VHS-Gelände in Parkplätze umzuwandeln, hatten die Leitungen der Förderschule und der Flexklassen, die ebenfalls im VHS-Gebäude untergebracht sind, schon vorab zurückgewiesen: Diese Flächen würden gebraucht, hieß es.

Und nun? Lothar Pletowski (CDU), selbst Nachbar und regelmäßiger Kostgänger der Volkshochschule, wies darauf hin, dass sich in deren Umkreis nicht weniger als sechs Parkflächen befänden, und sagte, fünf Minuten Fußweg seien ja wohl zumutbar. Auch Hinrichs fand, dass es „ringsum mehr als genug Parkplätze gibt“, und warf die eher rhetorisch gemeinte Frage auf, ob es wirklich ratsam sei, für ein Luxus-Problem „viel Geld in die Hand und Ärger mit den Anliegern auf sich zu nehmen“. Das konnten die Anlieger nur bestätigen: „Wir protestieren gegen diese Behandlung“, erklärten sie unter Hinweis auf jene Belastungen, denen sie eh schon ausgesetzt sind. Pletowski hofft derweil auf „die Vernunft der VHS-Besucher“. Und auch Dr. Barbara Ganter (Grüne) findet es „haarsträubend, dass den VHS-Besuchern ein Fußweg von fünf Minuten nicht zuzumuten ist“.

Einig waren sich die Politiker, dass eine „große Lösung“ – auch angesichts der städtischen Finanzlage – nicht in Frage komme. Gleichwohl wird sich das Thema bis zur nächsten Bauausschuss-Sitzung am Mittwoch, 25. März, nicht abschließend klären lassen. Doch bis zur Sitzung im April will Friedrichsen eine abstimmungsreife Beschlussvorlage erarbeiten.

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