Rennen auf den Friedrichstädter Grachten : 20 Teams im Kampf um den Drachenboot-Titel

Zahlreiche Besucher an beiden Seiten des Westersielzuges verfolgten 60 Rennen mit 550 Athleten, die Jagd auf den Pokal machten.
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Zahlreiche Besucher an beiden Seiten des Westersielzuges verfolgten 60 Rennen mit 550 Athleten, die Jagd auf den Pokal machten.

Das Friedrichstädter Festival begeisterte wieder einmal durch ein buntes Programm und heiße Rennen. Im Endlauf setzte sich das Team des Wasser- und Schifffahrtsamts aus Rendsburg gegen das Koldenbüttler Hobby-Team durch.

shz.de von
13. Juli 2015, 09:00 Uhr

Die Mischung macht’s: Die Besucher staunten über die Vielfalt von Farben, Formen und Geschmacksrichtungen beim Drachenbootfestival im Holländerstädtchen, das jetzt zum elften Mal über die Bühne ging. Dort brillierten bei einem bunten Programmablauf die Akteure in den heißen Rennen in ihren Booten. Mit den Drachenköpfen an der Spitze lockten Getränke- und Grillbuden, Kaffee und Kuchen an Tischen im Freien, Live-Musik, Spaß-Mobil, Budenzauber, Kinderprogramm und Schäfchen-Rennen. Eingebettet in die humorvolle und spannende Moderation von Lars Koltermann, der die Rennen kommentierte.

550 Athleten, 60 Rennen, 20 Teams und am Ende Pokalgewinner. Unzählige Besucher an beiden Seiten des Westersielzuges, der auf der Rennstrecke 250 Meter breit und gut sechs Meter tief ist. Hechtsprünge von hüben und drüben des Fluss-Ufers gab es auch diesmal. Gelegentlich sprangen die Teams nach ihrem Sieg gleich kollektiv ins kühle Nass, um den Sielzug in geschlossener Formation zu durchqueren. Lars Koltermann – in der ausrichtenden Friedrichstädter Rudergesellschaft von 1926 als stellvertretender Vorsitzender für den Bereich Sport zuständig – zollte Dank an die DLRG-Einsatzkräfte, die mit Motor-Rettungsboot auf dem Wasser patrouillierten und an Land mit Rettungswagen und Einsatzteams unmittelbar zur Absicherung vor Ort waren.

Die Rekordtemperaturen von 35 Grad Celsius aus dem Veranstaltungssommer 2010 wurden nicht erreicht, jedoch kochte die Stimmung auch diesmal nahe am Siedepunkt. Übrigens kamen nicht nur die Besucher aus dem ganzen Land – auch die Akteure: wiederum nahmen Sportgruppen, Firmenteams, Vereinsmannschaften und Unternehmervereinigungen teil. Gruppen mit ausgefallenen Teambezeichnungen wie beispielsweise „Danish Dynamite“, „Die nordischen Seeteufel aus Achtrup“, „Nordlichter“, „Friesenwelle“, „Husumer Wasserratten“, „Hol schon mal elf Bier“, „Flintstones“, „Um Himmels Willen“, „St. Anner Kanonenboot“, „Die jungen Wilden vom PSV Heide“, „Knick Knack Trupp“ zeigten immer wieder klasse Leistungen. Seit Beginn im Jahre 2005 dabei und stets in neuer Verkleidung: das Icehouse-Team aus Husum - diesmal als Sharks, also als Haie. Traditionell rollte das Team von „Hol schon mal elf Bier“ in ureigener Zeremonie zum elften Mal den roten Teppich aus. Ein leistungsstarker Lautsprecherturm mitten im Westersielzug sorgte für adäquaten Wohlklang. Äußerst störend wirkte ein größeres nicht zur Teilnehmerschaft zählendes Motorboot, dessen Fahrer wiederholt haushohe Welle aufschäumte und selbst Zuschauer oben auf der „Blauen Brücke“ kräftig abduschte. Dieses Verhalten, das mehrfach gefilmt wurde, könnte für den Bootsführer ein extrem teures Nachspiel haben. Zum zweiten Male dabei war jetzt ein Hamburger Unternehmen, das die vier je 220 Kilogramm schweren Drachenboote und fünf Steuerleute stellte. Bis zum Jahre 2010 reisten die großen Drachenboote aus Schwerin an, in den drei Folgejahren aus Lübeck und in 2014 und diesmal aus Hamburg. Die jungen Trommlerinnen stellte die Friedrichstädter Rudergesellschaft. Anlässlich der Premiere des Drachenbootfestivals im Jahre 2005 nahmen 14 Teams teil, ein Spitzenwert wurde 2007 mit 31 erreicht, 2013 waren es 28, in 2014 insgesamt 27 Teams und diesmal 20.

Neben diesem zweitägigen und landesweit bekannten Groß-Event hatte bereits am Freitag, 10. Juli, ein gesondertes Rennen mit Jugendmannschaften stattgefunden – und das bereits zum zweiten Mal. 13 Teams beteiligten sich hieran – „und es wären mehr gewesen, wenn nicht an diesem Tage viele Abschlussfeiern an den Schulen stattgefunden hätten“, bilanzierte Lars Koltermann. Beide ersten Plätze sicherte sich bei dieser gesonderten Veranstaltung die Eider-Treene-Schule, die Gemeinschaftsschule Bredstedt holte die beiden zweiten Plätze. Bei den Erwachsenen bezwang das Wasser- und Schifffahrtsamt Rendsburg im Endlauf das Koldenbüttler Hobby-Team „Hol schon mal elf Bier“. Im kleinen Finale besiegten die Hobby-Dragons aus Fockbek das Soldaten-Team der Husumer Kasernen „Um Himmels Willen“.

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