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Teure Ausrüstung : 1800 Euro kostet eine Einsatzkleidung

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Feuerwehrausschuss des Amtes Nordsee-Treene informierte sich über die Schutzausrüstung für Aktive. Wirkungsvolle Kleidung kostet je Aktiven bis zu 1800 Euro. Der Ausschuss forderte zugleich mehr Geld für die Wehren.

Rot, blau, schwarz, gelb oder sandfarben? – das war die Frage, über die lange diskutiert wurde. Nicht aus Jux und Dollerei, sondern um das bestmögliche Ergebnis für die Einsatzkräfte der Feuerwehren herauszuholen. Dazu stellte Diplom Ingenieurin Martha E. Ernst in der jüngsten Sitzung des Feuerwehrausschusses des Amtes Nordsee-Treene sämtliche Varianten der Einsatzkleidung vor. Alle waren nach der gerade erlassenen neuesten EU-Norm getestet.

Und wie eine Jacke nach acht Sekunden im „EU-Thermo-Man-Test“ aussieht, das konnten die Runde mittels Film und noch besser in Natura sehen. Hier zählt Qualität, sparen an der Einsatzkleidung wäre tödlich. Gardings Stadtwehrführer Matthias Trapp, der gleichzeitig als Vorstandsmitglied des Kreisfeuerwehrverbandes dabei war, unterstrich nachdrücklich: „Damit müssen wir uns beschäftigen, um keinen Schiffbruch zu erleiden.“ Die Stadtfeuerwehr stelle ihre Schutzbekleidung um; Tönning sei damit schon weit fortgeschritten. Die komplette Einkleidung eines Feuerwehrmannes kostet, so rechnete Witzworts Wehrführer Dierk Hansen vor, 1800 Euro.

Die Ingenieurin machte am Ende ihres Vortrages deutlich: „Entweder Sie kaufen sich für die nächsten zwölf Jahre Ruhe ein – oder sie fangen bei falscher Bekleidung in sechs Jahre neu an.“ Amtsvorsteher Ralf Heßmann: „Unsere Wehren brauchen den bestmöglichen Schutz.“

Boye Hach vom Kreis Nordfriesland referierte dann über die Feuerschutzsteuer und deren Verwendung. „Zu 100 Prozent wird daraus die Landesfeuerwehrschule finanziert – der Rest ist für die Feuerwehren.“ Hach zeigte am Beispiel der Bezuschussung eines Einsatzfahrzeuges auf, „dass es eine generelle Förderungshöhe nicht gibt, weil verschiedene Faktoren berücksichtigt werden müssen.“ Fehlbedarfsgemeinden erhalten zu den 20 Prozent Grundförderung weitere zehn Prozent. Wütender Zuruf vom Seether Bürgermeister Peter Dirks: „Man wird bestraft, wenn man als Gemeinde spart und nicht in die Bedarfszuweisung kommt.“ Häufig aber bleibt die Bezuschussung ein Wunschtraum, „denn“, so Hach, „wir bekommen vom Land ungefähr 600 000 Euro jährlich.“ Viel zu wenig, befand das Gremium unisono, schließlich gibt es in Nordfriesland 135 Feuerwehren. Heßmann: „Wenn man eine Feuerwehr in Schuss halten und zudem Jugendfeuerwehren fördern will, dann muss das Land endlich erkennen, dass da höhere Summen fließen müssen.“

Im weiteren Verlauf wurden die Erfahrungen der Sturmeinsätze aufgearbeitet – insbesondere, dass bei der zentralen Leitstelle Nord rund 4000 Anrufer in der Leitung „hingen“ und auch im Funkverkehr „kein Durchkommen“ war. Jetzt laufen überall die Planungen zur Bildung von sogenannten Regionalstellen. Denen wird die zentrale Leitstelle per Fax entsprechende Einsatze zur Abarbeitung übermitteln – und ist selbst davon entlastet. Der Amtsvorsteher: „Wir müssen den Katastrophenschutzplan im Amt verändern. Im Ernstfall müssen dann bestimmte Wehren die extra eingerichteten Regionalstellen leiten. Dafür soll jetzt eine Lösung gesucht werden.“

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erstellt am 17.Feb.2014 | 07:15 Uhr

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