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Natur in der Heide : 1700 Tier- und Pflanzenarten

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Naturraum Bordelum und Langenhorn hat eine herausragende Bedeutung für die biologische Vielfalt. Ein Vortrag beleuchtete den Management-Plan für das Gebiet.

Für das Naturschutzgebiet (NSG) Bordelumer und Langenhorner Heide wurde jüngst der Managementplan der Öffentlichkeit vorgestellt. Genehmigt ist der Plan seit November vergangenen Jahres vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein (LLUR). Die Projektgruppe Natura 2000 des LLUR in Flintbek und der Verein Natur und Kultur um den Stollberg hatten zur Präsentation ins Gemeindehaus Dörpum eingeladen.

Das bestehende NSG beider Gemeinden misst zusammen 201 Hektar und ist weitestgehend deckungsgleich mit dem Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH). Es gehört zum europaweiten Schutzgebietsnetz „Natura 2000“, mit dem der Verlust der Arten- und Lebensraumvielfalt in Europa gestoppt werden soll. Für die beiden Heidegebiete hat sich vor ein paar Jahren eine Lenkungsgruppe gegründet, um diesen Plan gemeinsam zu erstellen. Dazu gehören: Das LLUR mit Sitz in Flintbek, die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Nordfriesland (UNB), die Gemeinden Bordelum und Langenhorn, die Landesforsten Schleswig-Holstein, die Forstgesellschaft Langenhorn sowie der Wasser- und Bodenverband Dänische Meede. Der Plan beschreibt die notwendigen Maßnahmen, die zur Erhaltung des Natura 2000-Gebietes erforderlich sind.

Edelgard Heim vom LLUR Flintbek erklärte in ihrem verständlichen Vortrag, dass jeder Mitgliedstaat der Europäischen-Union die Natura 2000-Gebiete melden muss. Für Schleswig-Holstein sind bisher 311 Meldungen eingegangen. „Obwohl in der Bordelumer und Langenhorner Heide noch nicht alle Arten untersucht wurden, hat das Gebiet mit mehr als 1700 vorkommenden und namentlich benannten Pflanzen- und Tierarten eine herausragende Bedeutung für die biologische Vielfalt im Naturraum, im Kreis und auch im Land Schleswig-Holstein“, so Heinrich Becker vom Verein Natur und Kultur um den Stollberg. Von den erfassten 455 höheren Pflanzenarten sind 85 Arten der Roten Listen einzustufen und 32 Arten gelten als ausgestorben oder verschollen. In der Tierwelt sind mehrere Fledermausarten sowie Fischotter, Neuntöter, Bekassine, Flussregenpfeifer, Eisvogel, Uhu, Amphibien, Reptilien und Insekten in großer Artenvielfalt nachgewiesen worden. Ein Konzept gibt es für die Teiche, das von den Landesforsten umgesetzt wird. Sie haben sowohl für den Wasserhaushalt als auch für den Arten- und Biotopschutz eine besondere Bedeutung, denn sie sind ein Laichhabitat von Amphibien. „Die Bordelumer und Langenhorner Heide ist aufgrund der Lage, Größe, des Biotop- und Arteninventars sowie des Entwicklungspotenzials ein wichtiges Gebiet des Heide-, Dünen- und Trockenrasenschutzes im Land“, fasste Heinrich Becker zusammen. Als eine der größten verbliebenen Heideflächen besitzt das Gebiet eine hohe Bedeutung für die Naherholung.

Um die Artenvielfalt zu erhalten wurden in den letzten Jahrzehnten Schutz-, Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen durchgeführt. Dadurch hat sich der Gebietszustand stabilisiert. „Die künftig erforderlichen Maßnahmen werden im Managementplan konkret benannt und bieten eine gute Handlungsgrundlage“, meinte er. Die schwierigen Rahmenbedingungen für das Gebiet – Nährstoffeintrag durch die Luft und durch die Landwirtschaft, Mindestflächengrößen für Arten werden oft nicht erreicht – lassen seiner Ansicht nach erwarten, dass sich die Pflanzengesellschaften und FFH-Lebensraumtypen nur schwer in einen günstigeren Erhaltungszustand entwickeln lassen. Während der Präsentation wurde vereinbart, dass ehrenamtliche Naturschutz-Experten ihr Wissen der Lenkungsgruppe für künftige Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen zur Verfügung stellen. Die UNB wird dabei als Koordinator fungieren. Der Plan ist unter www.natura2000.schleswig-holstein.de einsehbar. 1938 ist das NSG entstanden, 1991 wurde es erweitert und 2008 erhielt die Fläche den Status als FFH-Gebiet.

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