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Einbruch in Amtshaus : 160 Fahrzeugbriefe verschwunden

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Einbrecher klauten einen Tresor aus dem Mildstedter Amtshaus: Inhalt 160 Fahrzeugbriefe. Ein Problem: Die Seether Feuerwehr möchte ihr Fahrzeug verkaufen und benötigt dafür den Brief.

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erstellt am 25.Feb.2015 | 07:00 Uhr

Donnerwetter – da ging ein laut hörbares Raunen durch die Reihen der Zuhörer und des Gemeinderats von Seeth. Gleich 160 Kraftfahrzeugbriefe wurden aus der Amtsverwaltung in Mildstedt gestohlen. Darunter auch viele Papiere von der Feuerwehr. Bürgermeister Peter Dirks musste diese „op Platt“ vorgetragene Zahl sogar noch einmal auf Hochdeutsch wiederholen – aber so recht glauben wollte sie trotzdem niemand. „Alle Kraftfahrzeugbriefe sind weg“, unterstrich der Gemeinde-Chef. Wehrführer Dennis Andresen meldete sich zu Wort: „Ich benötige den Brief. Wenn unser neues Fahrzeug kommt, wollen wir das alte verkaufen.“

Wahrscheinlich hatten es die Einbrecher nur aufs Bargeld abgesehen, doch davon haben sie nur ganz wenig erbeutet. Dafür hinterließen sie einen immensen Sachschaden. Die bislang noch unbekannten Gangster drangen nämlich mit Brachialgewalt in das Verwaltungsgebäude des Amtes Nordsee-Treene in Mildstedt ein. Sie zerschmetterten ein Fenster und eine massive Innentür, um in den Kassenraum zu gelangen. Dort, so beschreibt es der stellvertretende Verwaltungsleiter Frank Feddersen, stehe ein Tresorwürfel. Doch Bargeld enthalte er nur sehr wenig. Die Einbrecher aber schnappten den Tresor und wuchteten ihn aus dem Fenster, um mit ihm zu verschwinden. Der Einbruch fand übrigens, wie erst jetzt mitgeteilt wurde, am vorvergangenen Wochenende statt. Doch der Schaden ist riesig – denn im Tresor lagen auch noch rund 160 Kraftfahrzeugbriefe von fast allen Dienstfahrzeugen im Amtsbereich – sei es von Feuerwehren, Treckern oder anderen kommunalen Spezialfahrzeugen. Auch sechs Ersatzschlüssel von Dienstwagen des Amtes sollten eigentlich im Tresor gesichert sein. Mittlerweile, so Feddersen, seien an den Autos auf Kosten der Versicherung die Schlösser ausgetauscht worden, von den Briefen fehle aber noch jede Spur. Da sie vermutlich für die Einbrecher nicht von Wert seien, könnten sie, so spekuliert Feddersen, irgendwann wieder auftauchen. Jetzt müssten sie bei Bedarf peu à peu neu bestellt werden.

Um die Feuerwehr, genauer um die Anschaffung eines neuen Einsatzfahrzeuges, ging es dann in der Gemeinderats-Sitzung, an der zur Freude von Bürgermeister Peter Dirks viele Bürger teilnahmen. Andresen: „ Wir benötigen ein Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF). Das Vorführfahrzeug, das wir uns ausgeguckt haben, kostet 99  000 Euro.“ Mit dem neuen Einsatzfahrzeug kommt die Gemeinde ihren Verpflichtungen nach – „und“, so der Bürgermeister, „wir liegen damit sogar noch 16 Punkte über Soll“. 50  000 Euro waren im Haushalt 2014 und weitere 45  000 Euro im Haushalt 2015 eingeplant. Dirks: „Das wird unseren Haushalt in keiner Weise zusätzlich belasten. Die Gemeinde ist Träger der Feuerwehr – und wir haben sie so auszurüsten, dass sie einsatzbereit ist.“ Das Gremium stimmte zu – und das Fahrzeug ist sofort verfügbar.

Der Bürgermeister berichtete über den Abschluss eines Grenzänderungsvertrages mit der Gemeinde Süderstapel wegen der Fläche der Stapelholmer Kaserne. Die Aufteilung auf zwei unterschiedliche Kreise hat sich durch die Kreisgebietsreform ergeben. Auf Nachfrage sagte Dirks: „Es geht um die eingezäunte Fläche von 42 Hektar. Bisher hat die Gemeinde Seeth noch keinen Penny in dieser Angelegenheit gezahlt, sondern die Gelder flossen von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA).“ Gemeinderat Ernst-Wilhelm Schulz: „Ich erwarte, dass der Kreis seine Schularbeiten macht. Wir arbeiten ehrenamtlich – und rennen hierhin und dorthin.“ Peter Dirks: „Wir sind immer da und präsent. Und die, die es eigentlich sein sollen, die fehlen.“

Zum Thema Nahwärmenetz – Übernahme der Trägerschaft und weiteres Vorgehen, berichtete Dirks, dass für eine Machbarkeitsstudie 15  000 Euro gezahlt wurden. Von der Gesamtsumme von 2,325 Millionen Euro zahlt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle 477  700 Euro, das Land Schleswig-Holstein 750  000 Euro und der Eigenanteil der Gemeinde beträgt 1,097 Millionen Euro. Einstimmig wurde der Antragstellung zugestimmt – mit dem Zusatz: „Vorbehaltlich der Sicherstellung der Finanzierung.“ 70 der 110 Häuser im Ort sollen angeschlossen werden.

Dem Wunsch des Ringreitervereins wird entsprochen, es wird ein Hinweisschild zum Reitplatz aufgestellt. In diesem Jahr findet das Amtsringreiten in Seeth statt. Das Amt beteiligt sich mit 390 Euro, Seeth will 400 Euro zur Ausrichtung beisteuern.


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