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Erfolg für regionales Unternehmen : 16 Goldmedaillen für die Meierei

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

In der Osterhusumer Meierei in Witzwort werden jährlich 180 Millionen Kilogramm Milch verarbeitet. Allein zehn Prozent der 90 Mitarbeiter sind im Qualitätsbereich tätig.

Die Osterhusumer Meierei Witzwort ist jetzt mit 16 Goldmedaillen von der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) ausgezeichnet worden. Diese Ehre wurde dem Unternehmen in Witzwort für sämtliche Sorten Frischmilch, für die drei Varianten des Joghurts Traum von Eiderstedt und für die Schlemmersahne zuteil. „Es ist das erste Mal, dass wir ausschließlich Gold erhalten haben“, erklärt Geschäftsführer Christoph Bossmann. Die Schlemmersahne ist sogar auf diesen Erfolg abonniert. Seit mehr als 40 Jahren wird sie jedes Jahr mit Gold prämiert. „Damit sind wir bundesweit eine der ganz wenigen Meiereien.“ Die Sahne sei eben ein reines Naturprodukt, es werde kein Carrageen verwendet. Die Produkte werden im DLG-Testzentrum neutral begutachtet, die Prüfer wissen also nicht, woher Milch, Sahne oder Joghurt stammen. Und es wird alles bewertet. Geruch, Geschmack, chemische, mikrobiologische und sensorische Qualität sowie die Deklaration und Verpackung.

Bossmann und sein Team sind stolz auf diese Auszeichnungen. Und sie sind auch sehr wichtig auf dem hart umkämpften Milchmarkt, in dem viele Meiereien in den vergangenen Jahren durch Fusionen in größeren Unternehmen aufgegangen sind oder ganz einfach verdrängt wurden.

Doch Witzwort hat sich bislang gut behauptet, dort werden – rein rechnerisch – zehn Prozent der deutschen Trinkmilch verarbeitet. 180 Millionen Kilogramm Milch werden jährlich in Witzwort verarbeitet, das sind 450.000 Kilogramm pro Tag. Sie kommt von Betrieben an der Westküste und aus dem südlichen Dänemark. In drei Schichten wird gearbeitet.

Die Auszeichnungen sind also wichtig, um im deutschen und dänischen Einzelhandel zu bestehen. Doch reichen sie bei weitem nicht aus. Die Meierei hat in den vergangenen Jahren viel in das Qualitätsmanagement investiert. Denn ohne Zertifikate nehmen Discounter und Supermärkte die Ware überhaupt nicht ab, so Bossmann.

In der Meierei für das Qualitätsmanagement zuständig ist Sabine Brehmeier. Sie ist nach dem Geschäftsführer die zweitwichtigste Person im Betrieb. Wenn etwas nicht stimmt, kann sie die Produktion sofort stoppen und Arbeitsanweisungen erteilen. Sie hat den gesamten Ablauf im Blick – von der Anlieferung der Milch bis zur Lagerung und Verteilung der fertigen Produkte.

Eines dieser Zertifikate, die der Handel fordert, ist das IFS-Siegel (International Food Standard). „Wir sind stolz drauf, dass wir es haben, es ist aber natürlich auch ein sehr hoher Aufwand“, so Bossmann. Die K.-o.-Kriterien seien hart. Unter anderem werden auch alle Mitarbeiter zur Qualitätspolitik des Unternehmens befragt, und es gibt dreitägige interne Audits. „Zehn Prozent unserer 90 Mitarbeiter arbeiten für die Qualität.“ Neben dem IFS arbeitet die Meierei noch nach der EG-Ökoverordnung, den Bioland-Richtlinien, den QS-Richtlinien (Qualität und Sicherheit) und dem ISO 50001 Energiemanagementsystem. Das nächste Zertifikat, das angestrebt werden, kommt vom Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG).

Die angelieferte Milch wird noch auf dem Bauernhof getestet. „Von 15 Anlieferungen werden elf im Monat untersucht auf Fett- und Eiweißgehalt, auf die Eutergesundheit sowie auf Hemmstoffe und Keime.“ In der Meierei werden dann die Rohmilch und die Zwischenprodukte sowie die Endprodukte analysiert. Es geht wieder um Fett, Eiweiß und den Keimgehalt. Aber auch auf die Verpackungen muss das Team ein ständiges Auge haben, sind sie Dicht, stimmen die Kennzeichnungen und das Gewicht. Und nicht zuletzt muss auch das Umfeld sauber sein, und die Mitarbeiter müssen peinlich genau auf Sauberkeit achten. Wer in den Produktionsbereich will, muss durch die Hygieneschleuse, muss Schutzkleidung anziehen und die Haare mit einer Haube abdecken. Da dies ständig überwacht wird, kann Sabine Brehmeier sagen: „99,99 Prozent der ausgehenden Ware ist zu 100 Prozent sichern.“ Und Bossmann ergänzt: „Unser Hygienestandard ist sicherlich höher als im Krankenhaus.“

Damit ist die Überwachung im Dienste der Qualität aber nicht beendet: Die Verfahrensanweisungen und Qualitätsnachweise müssen dokumentiert werden. „Nur was dokumentiert ist, wurde auch gemacht“, so Bossmann. Auch das wird bei den jährlichen Überprüfungen kontrolliert. Außerdem werden die Prozesse ständig überprüft, die Herkunft der Produkte lässt sich bis zum Tankwagen zurückverfolgen. „Es ist viel Arbeit, aber nur so können wir am Markt bestehen und unseren Kunden ein hochwertiges Produkt liefern.“

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erstellt am 27.Dez.2015 | 17:14 Uhr

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