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Husumer Nachrichten

24. August 2017 | 09:07 Uhr

1450 Bürger zogen die Briefwahl vor

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Knapp zehn Prozent der Berechtigten im Amt Mittleres Nordfriesland machten ihre Kreuzchen lieber in den eigenen vier Wänden

„Eine ruhige Kugel schieben – das geht gar nicht“, beschrieb Ose Martensen von der Ordnungsabteilung des Amtes Mittleres Nordfriesland den Wahlsonntag. Um 8 Uhr hatte sie ihren Dienst begonnen – sie war zuständig für die Briefwahl. Dafür war ein Briefwahlvorstand im Amtshaus eingerichtet worden. Bis 15 Uhr musste sie auf noch eingehende Briefwahlunterlagen warten, sie mit Siegel versehen und registrieren. Als um 18 Uhr die Wahllokale schlossen, ging auch das Auszählen der Briefwählerstimmen los. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Mareike Grünberg und sieben weiteren Kräften machte sie sich ans Werk.

1450 Briefwähler gab es diesmal im Amtsbereich. „Es wird immer mehr per Brief gewählt“, so Ose Martensen. Wenn alles glatt läuft, ist um 21.30 Uhr Feierabend. Aber auch sonst hatte sie keine Langeweile an diesem Dienst-Sonntag. Da liefen Telefonate auf, und die normale Arbeit, die in Anbetracht der umfangreichen Wahlvorbereitungen liegen geblieben ist, wurde nebenbei erledigt. Sie unterstützte auch den Wahlleiter Dirk Bölter. „In einem Wahllokal mussten wir eingreifen, weil dort geraucht wurde und sich Bürger beschwert haben“, berichtet sie.

Dirk Bölter hatte im Übrigen an diesem Tag den Spagat zwischen dienstlicher und privater Anforderung zu bewerkstelligen. Denn seine Frau Heinke feierte ihren 45. Geburtstag und wollte bei der Kaffeerunde mit Freunden und Verwandten schon gerne – wenigstens zeitweise – ihren Göttergatten an ihrer Seite wissen. „Ursprünglich wollten wir ja in den Geburtstag hineinfeiern“, erzählt Bölter, aber dann haben wir es uns doch lieber anders überlegt.“ In Zeiten der modernen Technik kein Problem. Der Wahlleiter schaltete seine Dienstnummer aufs Handy um und war sostets erreichbar. Außerdem wusste er: „Das sind alles alte Hasen, die in den Wahlbüros sitzen. Das läuft wie geschmiert.“ Insgesamt waren es 249 Helfer verteilt auf 26 Wahlvorstände und der Briefwahlvorstand, die für den reibungslosen Ablauf der Bundestagswahl im Amtsbereich Mittleres NF zuständig waren.

Wahlberechtigt waren 16 150 Bürger. 71,6 Prozent nutzten die Chance, durch ihre Kreuzchen die Arbeit der Politik in Berlin mitzubestimmen. Von den 11 437 gültigen Zweitstimmen entfielen 5009 auf die CDU, das sind 43,8 Prozent, 3305 für die SPD (28,9 Prozent). Die FDP kam auf 5,5 Prozent, die Grünen auf 9,5 und die Linken auf 4,5 Prozent. Bei den Erststimmen erreichte Ingbert Liebing von der CDU 50,4 Prozent, Matthias Ilgen von der SPD 31,7 Prozent. Der FDP-Kandidat Ulrich Schmück musste sich mit 2,1 Prozent und Arfst Wagner von den Grünen mit 7,4 Prozent begnügen.

Das vorläufige Endergebnis des Amtes inklusive der Reußenköge verschiebt sich noch leicht zugunsten der CDU. Von den 11 596 gültigen Zweitstimmen entfielen 44 Prozent auf die CDU und 28,7 Prozent auf die SPD.

Für alle an der Wahl Beteiligten heißt es nun erst einmal wieder: durchatmen. Auch Dirk Bölter ist froh, dass nun nach den anstrengenden Tagen der Herbsturlaub in greifbarer Nähe ist. Die Wahl ist geschafft, und die Feierei auch. Denn im Hause Bölter ging es Schlag auf Schlag: Erst hatte Sohn Lars Geburtstag, dann Töchterchen Nadine, und jetzt die Hausherrin. Sagt der Ehemann und Vater trocken: „Ist nun mal so. Ich hab’ Zuhause nur Jungfrauen!“

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