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Gut fürs Klima : 110.666 Kilometer auf dem Fahrrad abgerissen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Beeindruckende Leistung: Innerhalb von drei Wochen legten 616 Teilnehmer der Aktion „Stadtradeln“ in Husum sage und schreibe 110 .666 Kilometer zurück.

shz.de von
erstellt am 29.Sep.2014 | 18:00 Uhr

Es war eine überaus gelungene Premiere: Erstmals machte Husum beim deutschlandweiten „Stadtradeln“ des Klima-Bündnisses mit – und das Ergebnis nach dem dreiwöchigen Wettbewerb kann sich wahrlich sehen lassen. Insgesamt strampelten 616 Teilnehmer in 38 Teams und 19 Schulklassen 110.666 Kilometer, gab Organisator Günter Zumach bekannt: „Das entspricht einer Einsparung von mehr als 15 Tonnen Kohlendioxid“, so der Ordnungsamtsleiter. Im Vergleich mit den fast 300 Städten und Gemeinden, die sich bundesweit an der Aktion beteiligten, kann Husum beachtliche Erfolge vorweisen. So belegte die Storm-Stadt in der Liste der aktivsten Kommunen mit den meisten Fahrradkilometern den 46. Platz – und als fahrradaktivstes Kommunalparlament gar den zwöften Rang.

Bei der großen Abschiedsparty am Sonnabend, 27. September, im Speicher waren denn auch fast 20 attraktive Preise an die fleißigen Mitstreiter zu vergeben, darunter der gemeinsam von der Firma Georg C. Hansen und der Husumer Volksbank gestiftete Hauptgewinn im Wert von 500 Euro. Dazu gab es Sachpreise und Gutscheine, die Husumer Geschäftsleute spendiert hatten. Krokusblütenkönigin Laura Kratochvil schlüpfte in die Rolle der Glücksfee. Der Hauptpreis ging an das Lehrerzimmer A der Beruflichen Schule. Stephanie Mayer nahm ihn freudestrahlend entgegen. Ein anderer Gewinner gab Rästel auf: Die Krokusblütenkönigin zog die Klasse 9 d – leider fehlte auf dem Anmeldeformular die Angabe der Schule. Um sich den Kilometerzähler abzuholen, sollte sich die betreffende Schulklasse bei Zumach im Ordnungsamt melden. Über ein Wochenende mit dem Elektroauto kann sich das Finanzamt Husum freuen.

Es gab auch noch Einzelpreise für Klassen, Vereine und Einzelpersonen. So legte die Klasse 7 c der Gemeinschaftsschule Nord in den drei Wochen 2284 Kilometer zurück. Als Lohn gab es für jeden Schüler und Klassenlehrerin Etta Boehm Eintrittskarten fürs Schwimmbad. Der Husumer Radsportverein wartete mit dem besten Team-Ergebnis aus: fast 21.000 Kilometer. „Eine beeindruckende Leistung“, wie es Bürgervorsteher Peter Empen formulierte – eine, die ebenfalls mit 20 Freikarten fürs Husum Bad belohnt wurde. Unter den Einzelteilnehmern war Peter Knop mit 2173 Kilometern am erfolgreichsten. Er erhielt eine Ehrenschale der Stadt Husum, gefüllt mit einigen süßen Überraschungen.

Ins Gespräch gebracht hatte die besondere Aktion „Stadtradeln“ im April dieses Jahres im Hauptausschuss Stephanie Mayer. Das Mitglied des Arbeitskreises „Innovative Verkehrskonzepte“ war so ziemlich die einzige, die mit diesem großen Erfolg gerechnet hatte: „Ich bin davon überzeugt, dass im kommenden Jahr noch mehr gehen wird“, erklärte sie angesichts von Empens Ankündigung einer Neuauflage.

 

Aktiver Kino-Spaß: Radelndes Publikum verhindert Sendepause

 

Sich in einen bequemen Kino-Sessel zu setzen und einen Film anzuschauen, ohne dabei einen Finger krumm zu machen, ist nichts besonderes. Doch wie wäre es damit, den Strom erst einmal mühsam zu erzeugen, damit etwas auf der Leinwand zu sehen ist? Mit einer solchen Aktion der besonderen Art beteiligte sich der Speicher am Ende der „Stadtradeln“-Abschlussparty am Kultur-21-Festival.

Über ein Kraftwerk, bestehend aus fünf umgerüsteten Fahrrädern, hatten die Gäste die Möglichkeit, selbst für den nötigen „Saft“ zu sorgen. Damit konnte man seinen eigenen Tee kochen, Brot toasten und selbst verschiedene Lampen zum Leuchten bringen. Höhepunkt dieser Pedal-Strom-Erzeugung war jedoch die Vorführung des prämierten Films „Das Mädchen Wadjda“. Damit der Streifen ohne Unterbrechung gesehen werden konnte, mussten abwechselnd fünf Zuschauer ihren gemütlichen Platz mit dem auf einem Drahtesel tauschen. Eine Leuchtsäule zeigte an, ob die fünf Strampler jeweils genügend Strom erzeugten.

„300 Watt mussten kontinuierlich geliefert werden“, rechnete Gunnar Thöle, Klimaschutzmanager des Kreises, vor. Am Ende – nach 90 Minuten – war es eine halbe Kilowattstunde. Solche Aktionen könnten ruhig öfter angeboten werden, meinte ein Teilnehmer: „Eine ganz neue Erfahrung.“

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