Strom für 30.000 Haushalte : 1000 Gesellschafter bauen Windparks

Die Geschäftsführer der Bürgerwindparks: (v.l.) Hansjörg Brunk, Melf Melfsen und Janne Petersen. Es fehlt Peter Boysen.
Die Geschäftsführer der Bürgerwindparks: (v.l.) Hansjörg Brunk, Melf Melfsen und Janne Petersen. Es fehlt Peter Boysen.

Vier Bürgerwindparks wurden in Langenhorn eingeweiht, sie können 30.000 Haushalte mit Strom versorgen. Mehr als 1000 Gesellschafter haben gezeichnet und die Projekte gegen zum Teil heftigen Widerstand realisiert.

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11. Juli 2014, 11:30 Uhr

Der aufgewirbelte Staub entlang der Schotterwege zum riesigen Festzelt war wie ein Sinnbild für die vergangenen Endlos-Diskussionen und heftigen Streitereien zwischen Befürworter und Gegner der Windkraftanlagen in Langenhorn. Dann, kurz vor Beginn der Einweihungsfeier der insgesamt vier Bürgerwindparks, ein Sturzregen und vom Staub blieb kaum ein Korn übrig. So war es dann auch in den zahlreichen Reden, kaum jemand sprach von den Querelen. Warum auch? Zwölf neue Windkraftanlagen stehen inzwischen unverrückbar auf den Feldern, mehr als 1000 Gesellschafter haben in sie investiert. Die Einweihung war eine Gemeinschaftsveranstaltung mit der Nachbargemeinde Ockholm, auf deren Flächen sich zwei der insgesamt ein Dutzend Anlagen befinden.

2009 begannen die beiden Dörfer, ein gemeinsames Projekt zu starten. „Es ist ein Grundstein für zusätzliche Wertschöpfung und ein tatsächlicher Beitrag für den Klimawandel“, so Hans-Detlef Feddersen, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Breitbandnetz-Gesellschaft. Die Gesellschaft sei dankbar dafür, das die Windparks und Kommunen das Projekt Breitband unterstützen. „Der Netzausbau ist wie eine Hauptschlagader und es ist schlicht und ergreifend notwendig, es selbst in die Hand zu nehmen und zwar gemeinsam“, sagte er. Janne Petersen, einer der Geschäftsführer der Bürgerwindparks, unterstrich, dass die Aufträge für alle anfallenden Arbeiten möglichst an Partner aus der Region vergeben werden, sei den Verantwortlichen sehr wichtig gewesen. Nach seiner Ansicht hätte man in Berlin vergessen, was das Erneuerbare Energien Gesetz eigentlich bezwecken sollte. „Nun spricht man dort nur davon, wie man Geld sparen könnte.“ Dabei sei Windkraft an Land die kostengünstigste Variante im Bereich der regenerativen Energien. Zu den kritischen Stimmen aus den Dorfreihen meinte er: „Darüber erlauben wir uns kein Urteil, da Empfindungen verschieden sind. Wir haben uns den Bedenken angenommen.“

Zum Thema Breitbandnetz forderte er alle auf, sich dem anzuschließen. Lobende Worte gab es für Bürgermeister Horst Petersen, der es sich trotz Reha-Aufenthalt nicht nehmen ließ, an der Veranstaltung teilzunehmen. „Ohne Dich würde sich hier in Langenhorn keine Mühle drehen.“ Horst Petersen und Claudia Weinbrandt, Bürgermeisterin aus Ockholm, traten gemeinsam auf die Bühne, um das gesamte Vorhaben Revue passieren zu lassen und allen Wegbegleitern für „das gute Miteinander“ zu danken. Langenhorns stellvertretender Bürgermeister, Sven Kloos, wollte nicht unerwähnt lassen, das „wir hier heute sowohl den Mut der Ingenieure, als auch den Mut der seinerzeit sehr risikobehafteten Investitionen der frühen Windmüller bewundern können.“ Letztendlich habe in Langenhorn die Lösung für das große Ganze im Fokus gestanden und das Ziel sei nie aus den Augen verloren worden. Er hob „ein faires Miteinander“ sowie die „immer einstimmig getroffenen Beschlüsse in der Gemeindevertretung“ hervor. Die Vorstandsmitglieder Enno Körper (Nospa) und Klaus Sievers (VR Bank) überbrachten neben guten Worten einen Scheck – auch im Namen der I-Bank – in Höhe von 750 Euro mit, der der Jugendfeuerwehr Langenhorn für die Anschaffung eines Mannschaftszeltes zu Gute kommt. Für Musik sorgte der Feuerwehrmusikzug Langenhorn und Policia do Samba.

Der Windpark Eckholm-Langenhorn besteht aus den Bürgerwindparks Langenhorn I und II, Windpark Hardenbergsche und dem Bürgerwindpark Ockholm. Die Anlagen haben eine Leistung von 40,4 Megawatt und können 30.000 Haushalte mit Strom versorgen.

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