Nordstrand : 1000 Gäste feiern am Deich

In Höchstform: die Gruppe Rockville.
In Höchstform: die Gruppe Rockville.

Die Musiktage Nordstrand erleben mit der Gruppe Rockville einen phänomenalen Auftakt.

shz.de von
18. Juli 2018, 07:00 Uhr

Mit einem Traumstart und 1000 Besuchern, die die Deich-Promenade im Ortsteil Norderhafen säumten, gingen die Nordstrander Musiktage in die mittlerweile elfte Runde. Es war nicht nur so, dass die fünf Vollblutmusiker der Band Rockville aus Husum in bester Blues- und Rock-Manier den Deich zum Beben brachten. Auch Petrus belohnte die Gäste als Zugabe mit einem traumhaften Sonnenuntergang über der Insel- und Halligwelt. Viele Besucher ließen sich, nachdem die Musik schon verklungen war, noch auf der Rasenfläche nieder, um den stimmigen Abend gesellig mit einem guten Tropfen ausklingen zu lassen.

„Was für ein tolles Konzert an einem besonderen Ort“, schwärmte Urlaubsgast Fred Meinunger aus Frankfurt am Main. Er habe die tolle Atmosphäre förmlich in sich aufgesogen. Die Leiterin der Nordstrand-Tourismus als Veranstalter, Regina Reuß, Organisator Jürgen Pöthau und Bürgermeisterin Ruth Hartwig-Kruse waren sich einig: „Ein einmaliges Ambiente. Wir werden die Musiktage im nächsten Jahr wohl auch hier wieder beginnen.“

Stürmisch und temperamentvoll nahmen die fünf Musiker von Rockville, die sich 2014 aus Spaß an der Sache als Band formiert hatten, ihr Publikum hauptsächlich mit in die Blues-Welt. Sie überzeugten durch Perfektion und Spielfreude an bekannten oder weniger bekannten Songs. Jeder Titel war eine Hommage an die Altmeister der Rock- und Blues-Szene, ohne dass sie nur nachgespielt wurden. Sie zelebrierten sie mit ganz eigener Note. So ließen Größen wie B.B. King, Gary Moore, J.J. Cale oder Joe Cocker, grüßen. Leadsänger Ulli Saxen-Breitkreuz, seines Zeichens seit Jahren auch stimmgewaltig bei den Husum-Gospel-Singers dabei, riss seine Mitstreiter und das Publikum temperamentvoll mit und moderierte wortgewandt.

Eric Claptons „I shot the Sheriff“ oder „Stormy Monday“ erhielten durch das etwas andere Arrangement neue Akzente, so auch „Walk in my shadow“ des Ausnahmegitarristen Joe Bonamassa. Shanger Ohl, Mitbegründer von Godewind, zauberte mit Tasten und High-Tech-Möglichkeiten einen beständigen Klangteppich. Die satten Basstöne holte Martin Tiefensee, auch als Filmemacher bekannt, aus seinem Fender-E-Bass. Damit hatte er schon vor über 30 Jahren in der legendären Rockband Lake gespielt. „Ich will kein anderes Instrument und ohne meinen Röhrenverstärker geht gar nichts“, verriet er. Rüdiger „Lügi“ Lorenzen (Gitarre, Gesang) und Frank Hämmerle (Schlagzeug) glänzten immer wieder durch ihre Soli. Ohne Zugabe ging am Ende nichts. Bei J.J. Cales „Cocaine“ gaben die Musiker noch einmal alles. Viele Besucher sangen und tanzten einfach mit.

„Das hatte heute schon was von südländischem Flair“, fand Urlauberin Gisela Kaltenbach aus Hamburg. Der Nordstrander Bernd Müller zeigte sich begeistert: „Tolles Konzert. Ohne die Musiktage wäre Nordstrand ärmer. Ich bin jedes Mal da.“

Musiktage 2. Abend

Am Montag (23.), 20 Uhr, sind zu hören: die Pink Floyd Tribute Band (Bühne vor der Tourist-Info, Ortsteil Herrendeich), das Duo Die 2fellosen (Strandkorbhalle hinter der Tourist-Info), sowie Burkhard Wegener (Theatersaal Herrendeich-Schule).

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen