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Grossübung in Koldenbüttel : 100 Retter proben den Ernstfall

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

An einer Großübung in Koldenbüttel beteiligten sich mehr als 100 Rettungskräfte. Der Haubarg Riesbüllhof entpuppte sich als ideales Umfeld: Hier mussten 13 "Verletzte" in Sicherheit gebracht werden.

Vollalarm in den Gemeinden rund um Koldenbüttel: Die von der zentralen Rettungsleitstelle in Harrislee herausgegebene Meldung lautete „Großfeuer im Haubarg Riesbüllhof, Menschenleben in Gefahr“. Für gut 100 Einsatzkräfte bedeutete dies: Eile ist geboten, die Lage sehr ernst. Die auf der B 5 anrückenden Einsatzgruppen konnten auf Sicht anfahren, denn eine hohe schwarze Rauchsäule zeigte ihnen den Weg zum großen Haubarg Riesbüllhof. Zehn Minuten nach der Alarmierung traf das erste Fahrzeug ein, aufgeregt lief ihm ein Passant entgegen und rief: „Im Haus sind 13 Leute, darunter viele Kinder.“ Noch während die ersten Aktiven aus dem Koldenbütteler Fahrzeug sprangen, wurde es sofort an die Leitstelle weitergegeben, damit die entsprechende Anzahl von Rettungs- und Feuerwehrfahrzeugen alarmiert werden konnte. Eine besondere Anforderung kam in diesen ersten Minuten bereits auf die Atemschutzgeräteträger zu, die eilends ausgerüstet wurden und zum Haus liefen.

Dort allerdings war alles verschlossen, Fenster mussten ausgehebelt und lange Leitern aufgestellt werden, um einen Zugang zu erhalten. Aus der Ferne waren bereits die Sirenen der aus allen Richtungen anrückenden Fahrzeuge zu hören. Sechs Minuten nach dem ersten Feuerwehrfahrzeug rollten zahlreiche weitere heran. Erst beim Eintreffen erfuhren die Retter, dass es sich um eine Übung handelt.

Die jungen Verletzten-Darsteller aus Schwabstedt waren situationsgerecht geschminkt. Das stark qualmende Feuer erwies sich zwar als zäh, konnte aber doch gelöscht werden. Größere Probleme bereiteten die im Inneren des großen Haubargs liegenden und total verqualmten Räume. Immer wieder forderte Joachim Misdorf neue Atemschutzgeräteträger und mit Tragen ausgerüstete Einsatzkräfte nach. Die Feuerwehr- und Rettungsmannschaften hatte der bis zuletzt geheim gehaltene Einsatz „auf kaltem Fuße erwischt“: Heiner Langeloh stand gerade in Koldenbüttel beim Kochen in der Küche, Kevin Hanisch war mit seinem Auto auf der B 202 zwischen Seeth und Norderstapel unterwegs, Wehrführer Dierk Hansen aus Witzwort im Garten. Zügig entstand auf der großen Rettungsdecke der Koldenbütteler Wehr eine Verletztensammelstelle. 40 Minuten nach Einsatzbeginn saget der Koldenbütteler Wehrführer: „Wir haben bereits zehn Verletzte ins Freie gebracht, ich habe soeben vier weitere Rettungswagen nachgefordert.“ Erstmals im Einsatz war jetzt auch der neue Defibrillator der Stadtfeuerwehr Friedrichstadt – diesen hatten Feuerwehr und Stadt Friedrichstadt gemeinsam angeschafft. Positiv zu vermerken ist auch, dass sich Defi-Geräte in den anderen erstausrückenden Feuerwehrfahrzeugen befinden. So war die Stadtfeuerwehr Friedrichstadt in diesem Jahr bei eiligen Notfällen bereits dreimal vor dem Rettungsdienst an der jeweiligen Einsatzstelle. Am Ende der mehrstündigen Einsatzübung zog Gesamt-Einsatzleiter Volker Schlotfeld von der Feuerwehr Koldenbüttel Bilanz: „Die Zusammenarbeit mit den Nachbarwehren hat super geklappt, der Großeinsatz konnte fachgerecht abgearbeitet werden. Wir brauchen aber auch künftig solche Übungen, um daraus zu lernen.“

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