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Unfall-Video aus Nordfriesland Zugunfall in Garding: Ermittler suchen Ursache

Von ksö/dpa/shz.de | 12.05.2015, 08:50 Uhr

Bei dem Zusammenprall zwischen Husum und St. Peter-Ording werden mehrere Menschen verletzt. Ein fünfjähriges Kind stirbt.

Nach dem Zusammenstoß eines Regionalzugs mit einem Auto auf einem unbeschrankten Bahnübergang bei Garding im Kreis Nordfriesland suchen die Ermittler nach der Unfallursache. Der Wagen wurde von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt, wie ein Sprecher der Bundespolizei am Dienstag sagte.

Auf der Bahnstrecke zwischen Husum und St. Peter-Ording war es am späten Montagnachmittag zu einem tödlichen Unfall gekommen. Ein Regionalzug erfasste gegen 16.45 Uhr auf dem Bahnübergang Hartkoogweg bei Garding auf der Halbinsel Eiderstedt einen Pkw. Dabei wurde nach Angaben der Polizei ein fünfjähriges Kind im Auto getötet. Sein 66 Jahre alter Großvater war am Dienstag noch in einem kritischen Zustand, wie der Sprecher der Bundespolizei, Hanspeter Schwartz, sagte.

Die weiteren Insassen des Audi wurden schwer verletzt. Die Mutter des Jungen, seine Großmutter und ein weiteres Kind hatten ebenfalls in dem Auto gesessen. Alle waren bei der Kollision schwer verletzt worden. „Wir haben bereits Kontakt zu der Familie aufgenommen, konnten sie aber noch nicht zu den Geschehnissen befragen“, erklärte Schwartz.

Es handelt sich um eine Urlauberfamilie aus Hamburg. Das Urlauberquintett wollte mit dem Wagen zu seiner Ferienwohnung fahren – und hatte diese auch fast erreicht.

Der Wagen blieb durch die Wucht der Kollision neben der Strecke auf dem Dach in einem Graben liegen. Die Einsatzkräfte – darunter fünf Notärzte - mussten zwei Personen reanimieren; eine Person war bis zuletzt schwer im Fahrzeug eingeklemmt. Selbst Rettungskräfte versahen ihren Dienst mit Tränen in den Augen. Ohne Worte - aber fassungslos und zutiefst erschüttert - mussten die Rettungsteams die Wiederbelebung des Kindes nach weit über einer Stunde einstellen. Die Schwerverletzten wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht.

Im Zug befanden sich 49 Menschen. Sie setzten ihre Reise nach einer ärztlichen Untersuchung in einem Bus fort. Die Bergungsarbeiten auf der eingleisigen Strecke dauerten bis kurz nach 20 Uhr. Die Unglücksursache sei noch unklar. Der Übergang sei nicht durch Schranken, sondern lediglich mit Andreaskreuzen gesichert.

Der Lokführer und drei der 49 Reisenden erlitten einen Schock. Ein Fahrgast wurde bei einem Sturz leicht verletzt. Die Passagiere setzten ihre Reise nach einer ärztlichen Untersuchung in einem Bus fort. Die Bergungsarbeiten auf der eingleisigen Strecke dauerten bis kurz nach 20.00 Uhr. Die Unfallstelle war für die Dauer der Rettungs- und Bergungsarbeiten bis zum Abend gesperrt, ebenso der Bahnverkehr.

Neben etwa 20 Rettungswagen waren zwei Rettungshubschrauber im Einsatz.

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