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Husum / Nordstrand Zu heiß für den Strand

Von Redaktion shz.de | 16.08.2020, 12:18 Uhr

Das halten dann nur noch ganz Hartgesottene aus: Einheimische und Gäste auf der Suche nach Schatten

Ein paar Handtücher und Strandmuscheln finden sich am Sonnabend doch zwischen den grün-weißen Brutzelbuden des Fuhlehörner Badestrands. Natürlich alle in gebührendem Abstand zueinander. Hier entspannen sich die verbliebenen Urlauber-Eltern in einem raren Moment der Ruhe. Der zwei- bis sechsjährige Nachwuchs verewigt derweil die süddeutsche Burgenlandschaft in Sand. Einige Väter scheinen jedoch gerade dieser architektonische Früherziehung besonders zugetan und üben sich genauso im Sandschaufeln und Eimerchen schleppen.

Es sind vornehmlich die Kleinsten, die dort im Sand sitzen und spielen. Ihre Eltern haben die Zeit vor der Schulpflicht genutzt, um noch einmal die Strände am Ende der Hochsaison zu genießen. So richtig voll ist es jetzt selbst bei dem traumhaften Sommerwetter nicht mehr. Vielen ist es aber auch einfach zu heiß.

In Deutschland hat das neue Schuljahr in fast allen Bundesländern begonnen. Am mutmaßlich letzten richtig schönen Wochenende, bevor das Schmuddelwetter wieder in Nordfriesland Einzug hält, haben sich jedoch neben denTouristen auch viele Einheimische an die Strände bequemt und genießen die wohltuende Brise, die vom Meer auf die Deiche strömt.

Gegen Mittag verziehen sich auch am Husumer Dockkoog die meisten Familien schon wieder nach Hause – sehr zur Freude der ortsansässigen Jugendlichen. Mit Softdrink und wahlweise Kopfhörern oder Kartenspiel, je nach Gesellschaft, wird sich in die Sonne gefläzt und das Wochenende genossen. An der Theke der Wunderbar herrscht Hochkonjunktur. Drei Angebote der Gastronomie erfreuen sich besonderer Beliebtheit: Eis, Kaltgetränke – und Schattenplätze. Von letzteren ist sowohl auf der Terrasse als auch im Rücken der Strandkörbe auf dem Gras rasch nahezu jeder belegt. Selbst die Schafe auf dem Deich verkriechen sich, genauso wie das Wasser. Dann muss als Abkühlung eben die Dusche herhalten.

Spätestens am Nachmittag reduziert sich die Schar der Badegäste auf ein Minimum. Nun ist es auch den Husumern zu warm geworden. Bloß ein paar Hartgesottene lassen sich noch immer zwischen den Strandkörben durchbraten. Man muss die Sonne ja genießen, solange sie da ist, sagt eine Frau in der Warteschlange der Wunderbar. Bald geht das Schietwetter ja wieder los. Und das gehe dann auch nicht mehr weg. Bis nächsten Sommer. Aber dann ist es wieder allen zu heiß.