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Corona-Krise in Nordfriesland Unterricht in Corona-Zeiten: So bereiten sich Schulen in Nordfriesland vor

Von ssl | 30.04.2020, 11:03 Uhr

Bredstedt, Viöl, Husum: Die Konzepte dreier Schulleitungen, Unterricht in Zeiten von Corona zu geben.

Das Bildungsministerium hat in den vergangenen Wochen einen mehrstufigen Plan erarbeitet, wie die Schulen ihren Betrieb langsam wieder hochfahren sollen. Doch von Normalität kann noch sehr lange keine Rede sein- Unterricht wie bisher wird es nicht geben-. So sehen das auch die Schulleiter in Bredstedt, Husum und Viöl in einer Umfrage der Husumer Nachrichten. Bei allen gibt es sehr individuelle Lösungen zur Frage, wer ab nächster Woche wieder in die Schule kommen darf und wie der Unterricht dann aussehen kann.

In einem sind sich alle einig: Sollte es bei den jetzt geltenden Vorgaben für Klassengrößen, Abstandsregelungen usw. bleiben, rückt der normale Schulbetrieb noch lange in sehr weite Ferne. Fast alle Klassen waren vor Corona so groß, dass sie nun in zwei, eher drei Gruppen aufgeteilt werden müssten. „In der Konsequenz bräuchte man damit doppelt bis dreimal so viele Räume entsprechender Größe und deutlich mehr Lehrkräfte. Und das nicht nur im Unterricht, der vorerst nur an einzelnen Tagen und/oder zu verschiedenen Zeiten stattfinden müsste, sondern auch in den Pausen durch den zusätzlichen Aufsichtsbedarf zur Einhaltung der Corona-Regeln“, so die einhellige Antwort.

Diese Familien werden von den Lehrkräften des integrierten Förderzentrums persönlich besucht, um auszuloten, was künftig in der Schule möglich ist, oder eben weiterhin zu Hause erfolgen muss. „Wir werden weiterhin digitalen Unterricht anbieten“, betont Alsen. Sie hofft, dass der Trubel nach und nach in die Schule zurückkehrt. Vor allem, nachdem Schüler ihr gestanden haben, wie fremd sich die ungewohnt lange Auszeit anfühlt: „Das sind keine verdienten Ferien, deshalb können wir sie auch nicht wirklich genießen.“ So etwas aus dem Mund der Neuntklässler zu hören, sei irgendwie bewegend, findet sie.

Eine echte Herausforderung ist für ihn die Busbeförderung, denn sehr viele Kinder kommen aus den umliegenden Dörfern. „Wenn wir künftig umschichtig unterrichten wollen, muss das zu den Busfahrplänen passt“, hofft Kinder auf eine praktikable Lösung. „Bis dahin fahren wir auf Sicht und entscheiden gegebenenfalls von Tag zu Tag neu, was gemacht werden muss“, so der Schulleiter.