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Anhaltender Regen und Sturm „Sebastian“ Pellworm steht unter Wasser

Von hhr | 18.09.2017, 17:15 Uhr

Auf der Insel gibt es wegen anhaltender Regenfälle größere Überflutungen. Das Wasser muss abgepumpt werden.

„Dass hier schon einmal in den Niederungen der Insel alles so unter Wasser stand, daran kann ich mich nicht erinnern“, sagt Pellworms Deichgraf Ernst-August Thams. Und damit meint er nicht Überflutungen durch die Nordsee, sondern die anhaltenden Regenfälle der vergangenen Wochen und nach dem Sturmtief „Sebastian“. Die ungeheuren Regenmengen ließen die Insel an einigen Stellen „volllaufen“.

Besonders im Bereich Süderkoogtief am Kaydeich traf es Pellworm besonders hart. „Das Wasser stand teilweise 60 Zentimeter hoch, da ist die Kanalisation kollabiert“, sagte Thams. „Mit eigenen Kräften und Pumpen war da nichts mehr zu machen. Uns blieb nicht anderes übrig, wir mussten Hilfe vom Festland anfordern“.

Aber nicht jeder Pellwormer findet die Überflutungen gleich schlimm. Dieser Inselbewohner gönnt sich einen Spaß und fährt Wasserski.

Die jüngeren Pellwormer sind mit dem Schlauchboot unterwegs.

Die Hilfe kam am Montag. Das Technische Hilfswerk (THW) rückte mit drei Zügen aus Niebüll und Flensburg an, die Kreisfeuerwehrbereitschaft Nordfriesland aus Husum entsandte ein Fahrzeug. Um sich ein Bild von der Lage zu machen, war Kreisfeuerwehrmeister Cristian Albertsen an den Ort des Geschehens gereist. „Das ist hier fast so schlimm, wie 2004, als Nordstrand unter Wasser stand“, erklärt Albertsen.

Allein die Pumpe des Einsatzfahrzeuges der Wehr aus Husum hat eine Pumpleistung von 300.000 Litern in der Stunde. „Wir haben vier Mann vor Ort“, so der Kreisfeuerwehrführer, „die werden regelmäßig durch neue Kräfte ausgetauscht“.

Mit den leistungsfähigen Pumpen der Helfer und der Freiwilligen Feuerwehr wird das Regenwasser jetzt am Hafensiel in die Nordsee abgepumpt. „Gut, dass das Wetter zur Zeit einigermaßen in Ordnung ist, jetzt gehen wir davon aus, dass das Gröbste morgen vorbei ist und die Helfer wieder abrücken können“, hofft der Deichgraf. Ob der Menge des Wassers ist sich Christian Albertsen da nicht so ganz sicher.