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Husum Geburtstagsfeier mit 1200 Gästen

Von Stefan Petersen | 20.04.2013, 08:02 Uhr

Seit 150 Jahren besteht das Unternehmen Georg C. Hansen / Ministerpräsident Torsten Albig wurde von seiner Europaministerin vertreten

Rund 1200 Menschen drängen sich in der Messehalle, doch der Ehrengast der 150-Jahr-Feier des Fachgroßhändlers Georg C. Hansen musste krank zu Hause bleiben: "Ich wäre viel lieber bei dieser superschönen Feier in Husum, statt hier mit angerissener Netzhaut zu sitzen und zu warten, dass sie wieder anwächst", sagt Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) in einem kurzen Telefonat mit Carsten Kock, der als Moderator durch den bunten Abend führt. Albig, der zwei Tage zuvor am Auge operiert worden ist, lobt den Spezialisten für Stahl, Haustechnik und Werkzeug als "klasse Unternehmen" und hebt besonders das Engagement im Bereich der erneuerbaren Energien und die Ausbildung im Betrieb hervor: "Firmen, die so auf junge Leute setzen wie Georg C., sind auch in Zukunft stark."

Auch Geschäftsführer Jan Friedrich Dehn, der nach den letzten Klängen der Big-Band der Theodor-Storm-Schule auf die Bühne kommt, streicht die Verbundenheit der Firma mit ihren Lehrlingen hervor: Fast jeder zweite habe hier mit der Ausbildung begonnen und sei der Firma seitdem treu geblieben. "Und besonders freut es mich, dass fast alle unsere Mitarbeiter heute mit ihren Partnerinnen und Partnern dabei sind." Dehn bedankt sich bei der Belegschaft - "Ohne Sie hätten wir diese Wegstrecke nicht geschafft!" -, den Kunden aus dem Fachhandwerk in Norddeutschland und Dänemark, die mit 800 Gästen den Großteil der Anwesenden ausmachen, und seiner Familie. "Besonderen Respekt" bekundet er den "Generationen an Geschäftsmännern, die Georg C. mit sicherer Hand durch die Geschichte geführt" hätten. Darunter sein Vater Friedrich Dehn, der mehr als 45 Jahre die Geschicke der Firma geleitet und den "verschlafenen, kleinen Eisenwarenkrämer" von 1966 zu einem der führenden Fachgroßhändler in Schleswig-Holstein gemacht habe. Kurz streift er die Geschichte der Firma und übergibt dann an "jemanden, der sich genauer bei uns umgesehen hat".

Das ist wiederum der RSH-Mann und gebürtige Husumer Carsten Kock, der als Darsteller in einem informativen Image-Film auf drei Großleinwänden zunächst die Historie von Georg C. Hansen Revue passieren lässt und die Gäste danach durch die vielen Facetten des heutigen Unternehmens begleitet, das mittlerweile einen jährlichen Umsatz von 50 Millionen Euro verzeichnet und 40 000 Artikel im Sortiment hat. Sein filmischer Weg führt ihn unter anderem durch Stahllager, Werkzeugverkauf und Badausstellung des Großhändlers, der 2009 als bester Ausbildungsbetrieb im Kammerbezirk ausgezeichnet worden ist, bevor er in einen der 30 firmeneigenen Lastwagen steigt. Der bringt ihn zur Messehalle, die er auf der Leinwand durch den rückwärtigen Eingang betritt, um dann real durch den Vorhang auf die Bühne zu kommen.

Nach dem Telefonat mit Albig hält Europaministerin Anke Spoorendonk (SSW) als Vertreterin die Festrede, in der sie dem Unternehmen im Namen der Landesregierung gratuliert. Sie weist darauf hin, dass im Gründungsjahr 1863 gerade Krieg zwischen Deutschland und Dänemark herrschte und nach dem Abzug der Dänen der Dichter Theodor Storm nach Husum zurückkehrte, um Landvogt zu werden. "Wenn ich mir vorstelle, dass womöglich schon Storm bei Ihnen eingekauft hat", spinnt sie den Faden weiter. Die Ministerin schlägt den Bogen in die Gegenwart und lobt das Husumer Unternehmen als "das beste Beispiel für den innovativen, erfolgreichen und regional verwurzelten Mittelstand" im nördlichsten Bundesland: "Familiengeführte mittelständische Firmen wie Georg C. Hansen sind das Rückgrat der Wirtschaft in Schleswig-Holstein."

In der anschließenden Talk-Runde wünscht sich Dehn von der Landesregierung einen zügigen Ausbau der Bundesstraße 5, was ihm brausenden Beifall von den Anwesenden einbringt. "Wenn Sie das jetzt versprechen, muss ich hier weg und das sofort als Nachricht weitergeben", sagt Kock zu Spoorendonk. Zu weiteren Gesprächen holt der Moderator im Verlauf des Abends auch Vertreter aus dem Mitarbeiter- und dem Kundenkreis auf die Bühne, auf der bis in die Nacht hinein immer wieder Programm ist. Und nachdem die Tische abgeräumt und das reichhaltige Buffet geschlossen sind, wird noch bis in die Morgenstunden getanzt und gefeiert. Ministerpräsident Albig hat tatsächlich ein tolles Fest verpasst.