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Ex-BND-Gelände in Husum Denkmalschutz: Deswegen stocken Planungen des Nordseeparks in Hockensbüll

Von Annika Jensen | 21.07.2022, 13:19 Uhr

Seit dem Herbst 2021 scheint es nicht voran zu gehen bei der Entwicklung des ehemaligen BND-Geländes in Hockensbüll. Die Denkmalschutzbehörden geben nun bekannt, woran es liegt.

Die Planungen für die Wohnbebauung auf dem ehemaligen BND-Gelände in Hockensbüll scheinen nicht voran zu kommen. Und nun ist bekannt, warum. Aktueller Stand ist, dass das Bauunternehmen BIG-Bau mit den Denkmalschutzbehörden über die Entwicklung des Areals in Gesprächen steht. Neben den sechs reetgedeckten Häusern samt Zentralgebäude stehen auch die Außenanlagen unter Denkmalschutz. Eigentümer des Areals ist die eigens gegründete Nordseepark Husum GmbH, an der BIG-Bau beteiligt ist.

Diese Gespräche zwischen dem Bauherren und den Denkmalschutzbehörden auf Kreis- und auf Landesebene scheinen zu stocken. Auf Nachfrage beim Landesamt für Denkmalpflege in Kiel heißt es im Kern, dass die Behörden Unterlagen vom Bauunternehmen angefordert haben und diese bis heute nicht eingereicht wurden. „Im Herbst letzten Jahres fanden die letzten Gespräche statt. Seitdem warten wir auf die Unterlagen“, sagt Berthold Köster, Gebietsdezernent im Landesamt für Denkmalpflege.

„Die Eigentümergesellschaft wollte nicht unerhebliche Änderungen an den Gebäuden vornehmen. Daran hatten wir Bedenken und haben deswegen zusätzliche Unterlagen eingefordert, die unsere Auflagen, was die Denkmalkonformität anbelangen, berücksichtigen“, sagt Köster. Die untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises bestätigt, dass BIG-Bau erhebliche Änderungen an den Gebäude plane und dass es deswegen Gespräche gegeben habe. Das teilte Kreissprecher Hans-Martin Slopianka auf Nachfrage des shz mit.

Und welche Einwände haben die Denkmalschutzbehörden genau? Für die Antwort auf diese Frage bemüht Slopianka die Präambel des Denkmalschutzgesetzes: „Denkmalschutz und Denkmalpflege ermöglichen es künftigen Generationen, Geschichte zu erfahren, wahrzunehmen, zu interpretieren und zu hinterfragen. Erkenntnisse über Denkmale müssen daher öffentlich zugänglich sein. Daher ist es der Gesellschaft ein Anliegen, den überlieferten Denkmalbestand zu erhalten. Eine angemessene Nutzung begünstigt die langfristige Erhaltung. Jede Nutzung muss sich an der Substanzerhaltung orientieren.“

Kreissprecher: Der Ball liegt im Spielfeld des Bauherrn

Deshalb seien sowohl die obere als auch die untere Denkmalschutzbehörde verpflichtet, nur Veränderungen der Anlage zuzustimmen, die die langfristige Erhaltung des Denkmals im Originalzustand nicht gefährden. „Meinungsverschiedenheiten zwischen Bauherren und Denkmalschützern sind allerdings nicht ungewöhnlich. Häufig gelingt es, in Gesprächen eine Einigkeit zu erzielen. Darauf hoffen wir auch in diesem Fall. Momentan liegt der Ball im Spielfeld des Bauherrn“, so Hans-Martin Slopianka abschließend.

Das Unternehmen BIG-Bau geht auf Nachfrage nicht auf die Vorgänge ein. Sprecher Jakob Braeuninger teilte stattdessen mit: „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir zu laufenden Verfahren mit Behörden keine Angaben machen können.“

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