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Riesenborstenwurm Auf der Jagd nach dem Monster

Von hn | 09.04.2013, 07:38 Uhr

Im Haus der Jugend war buchstäblich der Wurm drin: Borstiges Untier fraß heimlich das Seewasserbecken kahl.

Während andere Jugendliche in den heute zu Ende gehenden Osterferien faul auf der Couch lagen, gab es im Haus der Jugend (HdJ) wieder tolle Angebote. Von der Handball-Fahrt nach Berlin (wir berichteten) bis zum Teich-Event war für jeden etwas dabei. Wirklich einmalig als Abenteuer dürfte jedoch die Monsterjagd gewesen sein.

Damit ist nicht die Halloween-Party gemeint, auch nicht die hauseigene Schar der Gespensterschrecken, sondern das sensationelle Erlebnis, das der Aquarien- und Terrariengruppe bevorstand. Im 500 Liter fassenden Seewasserbecken mussten Nemo, Dori und die Anemonen erleben, wie mehr und mehr Mitbewohner spurlos verschwanden. Das HdJ-Team vermutete eine räuberische Krabbe oder einen gefräßigen Wurm. Also wurde beschlossen, dass im Rahmen eines der Osterferien-Angebote das Schaubecken nicht nur schöner gestaltet, sondern Jagd auf den Unhold gemacht werden sollte. Was die Jugendlichen entdeckten, dürfte aber selbst hartgesottene Horrorfilm-Fans das Gruseln lehren: Unter einer der etwa 40 Kilogramm schweren Riffhöhlen kam ein mehr als 120 Zentimeter langer und rund drei Zentimeter dicker Borstenwurm zum Vorschein, der sich im Wasser mit seinen hunderten Borsten schnell wie eine Schlange bewegte. Damit hatte selbst der eingefleischte Seewasser-Aquarianer und HdJ-Mitarbeiter Thomas Jarstorff nicht gerechnet: "Mein größter Borstenwurm war bis jetzt 20 Zentimeter lang und ein nützlicher Restevertilger."

Davon konnte bei diesem entfernten Verwandten des Wattwurms keine Rede sein: Faustgroße Lederkorallen-Nachzuchten verspeiste er in einer Nacht. Schnell hatten die Jugendlichen im Internet die wahre Identität dieses Giganten festgestellt: Wissenschaftler sprechen von Eunice aphroditois - auf gut Deutsch vom Riesenborstenwurm. Seine Heimat ist der Indopazifik und Nordatlantik. Als Maximalgröße werden sogar 2,20 Meter angegeben.

So groß ist das Exemplar im HdJ zum Glück nicht geworden. Alle hoffen, dass der Spuk ein Ende hat und sich nicht noch weitere Familienangehörige im Becken versteckt halten. Für alle Haus-Besucher gibt es heute dafür wieder neue Weich-und Fächerkorallen zu bewundern. Wenn die in einer Woche erneut verschwunden sein sollten, heißt es wohl wieder: Monsterjagd im Haus der Jugend.