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Künstlerduo Podewitz : Zwischen Sprachwitz und Blödelecke

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Brüder Willi und Peter Podewitz gastierten zum vierten Mal vor vollem Haus im Statt-Theater und amüsierten ihr Publikum köstlich.

Neumünster | Mit schlechtem Humor ist es ja manchmal wie mit Grippeviren: Ein kurzer Kontakt genügt, und man fühlt sich unwohl. Da macht es auch keinen Unterschied, ob es sich um Klein- oder Großkünstler handelt, plumpe Comedians, kalauernde Possenreißer und profillose Nachahmer gibt es auf den kleinen und großen Bühnen. Da bildet das deutsche Künstlerduo Podewitz eine herzerfrischende Ausnahme: Sie gehören zu den echten Spaßmachern, die selbst einen gut erzogenen Zuschauer zu hemmungslosem Gelächter treiben. 180 Gäste füllten am Freitagabend das Statt-Theater am Haart bis auf den letzten Platz und ließen sich vom neuesten Programm „Selten dämlich“ herrlich amüsieren.

Die Brüder Willi und Peter Podewitz gastierten zum vierten Mal vor vollem Haus am Haart. Die studierten Geisteswissenschaftler beschrieben ihr Programm als „eine umweltfreundliche, barrierefreie und Fair-Trade-Show aus der Region“. Doch nicht nur inflationär gebrauchte Adjektive aus der Komfortzone der politischen Korrektheit wurden aufs Korn genommen. Ohne Sprachwitz kommt kein gutes Kabarett aus, und so fragten sich die Brüder etwa, ob man überhaupt noch von „schwarzem Humor“ sprechen dürfe oder „Humor mit Migrationshintergrund“ angebracht sei.

Zunächst betrat Willi Podewitz die Bühne, spannte gekonnt die Bögen zwischen High-Tech-Küche und vollautomatischen Autos zu grauen Telefonen mit Wählscheibe, um dann das Publikum auf den Auftritt seines lyrikverliebten Bruders einzuschwören. Der kam in weißer Toga und mit Leier und gab das Bild eines erhabenen Dichters, der Nonsens-Reime raushaut. Diese Einlagen hätte sich das Duo sparen können, trieben sie sich doch zu sehr in der Nähe der Blödelecke herum. Wirklich witzig war aber die Islamisten-Kritik, die sich im Vorstellungsgespräch eines Nachwuchsattentäters entwickelte.

Die jungen Besucher Christian Ladwig (21) aus Heikendorf und Luisa Peters aus Neumünster fühlten sich sehr gut unterhalten: „Als wir reinkamen, hatten wir etwas gestutzt, weil viele ältere Leute im Publikum saßen. Daher sind wir positiv überrascht, dass die Show Humor für alle hat“, erklärten die beiden.

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erstellt am 20.Feb.2017 | 08:30 Uhr

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