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Kirchenvorstände : Zwischen 21 und 80: Jung und alt engagieren sich für die Kirche

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Vor fünf Wochen waren die Wahlen / Der Courier besuchte jetzt das jüngste und das älteste neue Mitglied aus den elf Gremien

shz.de von
erstellt am 30.Dez.2016 | 10:00 Uhr

Neumünster | In die Kirchenarbeit ist Jennifer Grundmann irgendwie „reingerutscht“, wie sie sagt. Zum ersten Mal sitzt die 21-jährige Wittorferin nun für sechs Jahre im Kirchengemeinderat der Johannisgemeinde. Sie ist nach der Wahl am 27. November gemeinsam mit einer jungen Kollegin aus Tungendorf die jüngste Vertreterin in einem solchen Amt in Neumünster.

Schon in der Grundschule besuchte Jennifer Grundmann den „Ki-Go“, den Kinder-Gottesdienst, und den Kinder-Konfirmationsunterricht. Mit acht Jahren trat sie dann den Pfadfindern der Johannisgemeinde bei. „Ich bin damals einfach mal mit Freunden mitgelaufen. Das hat mir Spaß gemacht, deshalb habe behielt ich die grüne Kluft weiter an“, sagt die Auszubildende zur milchwirtschaftlichen Laborantin lachend. Mit 14 Jahren wurde sie konfirmiert, mit 15 Jugendleiterin der Pfadfinder. Seit einigen Jahren sitzt die leidenschaftliche Kletterin zudem bereits im Jugendausschuss der Kirchengemeinde. Eine „Vorbelastung“ durch den Vater oder die Mutter gibt es nicht: „Meine Eltern haben mich nie zu irgendwas gedrängt oder aufgehalten. Mir macht die Arbeit für die Gemeinde einfach sehr viel Spaß.“

Deshalb sagte sie auch zu, als ein Freund fragte, ob sie im Kirchengemeinderat aktiv sein möchte. Die Nachfrage nach dem Amt war in Wittorf ohnehin nicht sehr groß. „Es gab zehn Bewerber für zehn Plätze“, sagt Jennifer Grundmann. In den kommenden sechs Jahren will sich die engagierte junge Frau nun vor allem für die Kinder- und Jugendarbeit einsetzen. Ein Jugendtreff in Wittorf steht ebenso auf ihrer Wunschliste wie die Erweiterung der Projektarbeit mit den Pfadfindern. „Außerdem möchte ich das Zugehörigkeitsgefühl der jungen Leute zu unserer Gemeinde stärken. Nicht nur für die ohnehin Aktiven, sondern für alle Jugendlichen soll es mehr Angebote geben“, so Jennifer Grundmann.

Mit der Kirche hatte Bernhard Brackhahn lange Zeit kaum etwas zu tun. Doch nun hat der rüstige 80-Jährige aus Einfeld bereits die vierte Amtszeit im Kirchengemeinderat der Christuskirche angetreten. Er ist damit vor zwei 77-Jährigen aus Bugenhagen und Gadeland unangefochten das älteste Mitglied in Neumünster.

1963 kam der gebürtige Osnabrücker nach Einfeld. In dem nördlichsten Stadtteil wurde er heimisch, baute eine Familie auf. „Meine Frau hat immer im Kirchenchor gesungen, mein Sohn und meine drei Töchter sind alle hier getauft und konfirmiert“, erzählt er. So wuchs Bernhard Brackhahn quasi nach und nach in die Gemeinde hinein. Viel Zeit für Kirchenarbeit hatte er während seines Berufslebens anfangs nicht. Als Schulleiter baute er 1971 die IGS Brachenfeld auf, stand bis 1989 als Direktor an der Spitze der Einrichtung, ehe er ins Ministerium nach Kiel wechselte. Meist blieb es daher für ihn bei einzelnen Kirchenbesuchen im Jahr zu Hochzeiten, Trauerfeiern oder an Weihnachten.

Das änderte sich, als Bernhard Brackhahn 60 Jahre wurde und in Pension ging. „Ich war dann doch mit der Gemeinde fest verbunden und wollte als Dank für all’ die Jahre etwas zurückgeben.“ Als er von den Pastoren Kurt Triebel und Christian Dahl angesprochen wurde, ob er sich im Kirchengemeinderat engagieren möchte, sagte er zu. Und die Arbeit macht ihm auch nach all’ der Zeit Spaß. „Ich hatte Mitte des Jahres überlegt, ob ich nochmal antreten soll, aber viele haben mich angesprochen und mich ermuntert, weiterzumachen. Da ich noch fit bin, will ich das auch gerne machen“, sagt Bernhard Brackhahn.

Nachdem er den Neubau des Pastorats und Gemeindehauses an der Dorfstraße erfolgreich begleitet hat, interessiert er sich weiterhin für Bauvorhaben. Aber auch die Beteiligung am Einfelder Seefest, die verschiedenen Gottesdienste und den Jahresempfang will er konstruktiv begleiten.

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