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Nahe Neumünster : Zwei Tote nach Familiendrama auf Bauernhof in Wasbek – Entsetzen im Dorf

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Ein 22-Jähriger schießt auf seine Eltern. Wenig später findet die Polizei seine Leiche in der Nähe eines Hochsitzes.

Wasbek | Bei einem Familiendrama sind in Wasbek im Kreis Rendsburg-Eckernförde zwei Männer ums Leben gekommen. Eine Frau wurde schwer verletzt. Sie ist mittlerweile außer Lebensgefahr. Nach Informationen von shz.de soll der 22-jährige Sohn auf seine Eltern geschossen und dann seine Waffe gegen sich selbst gerichtet haben.

Gegen 2.30 Uhr am Dienstag wurden Polizei und Rettungsdienst auf einen landwirtschaftlichen Hof bei Wasbek nahe Neumünster gerufen. Eine Mitarbeiterin hatte über den Notruf Schüsse gemeldet. Die Beamten fanden eine 45-jährige Frau mit schweren Verletzungen vor dem Gebäude. Sie wurde in ein Krankenhaus gebracht, um notoperiert zu werden. Nach Polizeiangaben ist sie noch nicht vernehmungsfähig.

Im Haus lag der 48-jährige Ehemann – tot. Mehrere Stunden suchte die Polizei in der Nacht mit Spürhunden nach dem 22-jährigen Sohn, bis die Beamten gegen 7.30 Uhr bei einem nahegelegenen Hochsitz seine Leiche fand. Da bis zu diesem Zeitpunkt niemand wusste, ob noch Gefahr durch einen Schützen droht, warnte die Polizei die nächsten Anwohner des sehr ländlich gelegenen Hofes. Genaue Erkenntnisse soll die Obduktion des Leichnams in der Rechtsmedizin bringen. Mit einem Ergebnis wird frühestens am Mittwoch gerechnet.

Vater und Sohn arbeiteten beide in dem landwirtschaftlichen Betrieb, dem größten Bauernhof im Dorf. Beide waren nach Angaben von Wasbekern Jäger. Zur Familie gehört auch eine etwas jüngere Tochter, die nicht mehr in dem Haus wohnt. „Ich kenne die Leute. Da war nichts Auffälliges. Der Sohn hat immer ganz freundlich gegrüßt. Alles ganz normal“, sagt eine Wasbekerin.

Der Hof gilt weithin als exzellent geführter Musterbetrieb, den der nun gestorbene Bauer stark ausgebaut hatte. Der Sohn hatte seine landwirtschaftliche Ausbildung abgeschlossen und ging zur Meisterschule. Alles sah aus, als wachse hier der Nachfolger für den Hof heran, der seit mehreren Generationen der Familie gehört.

Die Kriminalpolizei Neumünster und die Staatsanwaltschaft Kiel haben die Ermittlungen aufgenommen. Gegen 12.30 Uhr am Dienstag verließ ein Leichenwagen den Hof. Ermittler der Mordkommission stellten Jagdwaffen sicher. Mindestens eine der Waffe sei benutzt worden, hieß es. „Es wurden mehrere Jagdwaffen sichergestellt. Es waren legale Waffen“, bestätigte Polizeipressesprecher Rainer Wetzel.

Nach dem Familiendrama bringt die Polizei mehrere gefundene Waffen zur weiteren Untersuchung von dem Hof.
Nach dem Familiendrama bringt die Polizei mehrere gefundene Waffen zur weiteren Untersuchung von dem Hof. Foto: danfoto

Eine Wasbekerin berichtet: „Ich bin gegen 4 Uhr aufgeschreckt. Plötzlich wurde mit Leuchtpistolen geschossen. Zuerst dachte ich, im Wald brennt es.“ Wenig später sah sie Ermittler mit Suchhunden durch das Gelände laufen. „Die Polizei hatte alles abgesperrt. Einige Anwohner wurden gewarnt. Es hieß: ‚Da läuft noch ein junger Mann mit einer scharfen Waffe herum‘“, sagt die Frau.

Es bestehe keine Gefahr mehr für die Öffentlichkeit, teilte die Polizei in Neumünster am Tag mit. Man gehe davon aus, „alle Beteiligten der Geschehnisse in der Nacht aufgefunden zu haben“. Zu den Hintergründen des Geschehens machten weder Staatsanwaltschaft noch Polizei nähere Angaben – aus Rücksicht auf die Persönlichkeitsrechte aller Betroffenen.

In dem kleinen Ort in der Nähe von Neumünster löste die Tat Entsetzen aus. „Das war eine ganz rechtschaffene und fleißige Familie“, sagt ein Wasbeker. Die Landwirte hätten bereits in dritter oder vierter Generation auf dem Hof gelebt. „Man ist ein bisschen erschüttert.“ Er sei fest davon ausgegangen, dass es später einen nahtlosen Übergang innerhalb der Familie gegeben hätte. „Ich ging davon aus, dass der Sohn den Betrieb weitergeführt hätte.“

„Wir sind alle sehr erschüttert und in Gedanken bei der Familie“, sagt Bürgermeister Karl-Heinz Rohloff mit brüchiger Stimme. Er habe die Nachricht am frühen Morgen vom Wehrführer erfahren. „Ich kann noch keinen klaren Gedanken fassen.“ Er kenne die Familie sehr gut. Sie sei im Dorf gut vernetzt und sehr tüchtig. „Wie kann eine Meinungsverschiedenheit so eskalieren?“, fragt Rohloff, ohne auch nur im Ansatz eine Antwort zu finden.

Auch Wehrführer Heinrich Kühl war erschüttert. „Der Sohn war Mitglied in der Feuerwehr, immer nett, fleißig und freundlich. Für die Zeit seiner Ausbildung hatte er sich aber beurlauben lassen. Wir alle kannten die Familie gut und können es nicht fassen“, sagte Kühl.

Wie es nun auf dem Birkenhof weitergehen soll, ist völlig offen. Mehrere Landwirte aus dem Dorf boten am Dienstag ihre Hilfe bei der Versorgung der Tiere an.

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erstellt am 24.Nov.2015 | 18:05 Uhr

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