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Holsteinischer Courier

18. Oktober 2017 | 11:55 Uhr

Zwei Stars wurden gefeiert

vom

500 Zuhörer bejubelten Flötistin Dorothee Oberlinger und ihren Kollegen Francois Lazarevitch

shz.de von
erstellt am 08.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Bordesholm | Zarte barocke Klänge und ein eingespieltes Ensemble mit zwei herausragenden Solisten verführten die 500 Besucher in der gut gefüllten Klosterkirche in Bordesholm am Dienstagabend beim jüngsten Konzert des Schleswig-Holstein Musik-Festivals (SHMF). Flötenstar Dorothee Oberlinger und ihr französischer Kollege Francois Lazarevitch ließen die schwärmerische Welt ländlicher Idylle vergangener Jahrhunderte wieder aufleben.

So etwas nennt man wohl Kultstatus: Kräftiger, beinahe schon frenetischer Applaus begleitete die Flötistin Dorothee Oberlinger auch bei ihren zahlreichen Abgängen und Auftritten des Konzerts, manchmal ohne dass sie einen Ton gespielt hatte. Ihre besondere Klasse bewies sie natürlich an diesem Abend der Fantasien auch, vor allem im Solo mit Marin Marais "Les folies d Espagne", einem virtuosen Parforceritt auf der Blockflöte, reich an verschiedenen Stimmungen und handwerklichen Griffen. Diese beherrschte die 44-jährige Musikerin grandios und ließ die Zuhörer an ihrer persönlichen Auseinandersetzung mit der Musik teilhaben.

Die Flötistin hatten Kultstatus


Francois Lazarevitch dagegen war der Zeremonienmeister an der Musette, der historischen Sackpfeife. Mit dieser sagte er beim einleitenden "La noce champetre ou l himen pastoral" von Jean Hotteterre alle Programmpunkte des musikalischen Hochzeitsrituals an und hob dabei das theatralische Element dieses Stückes hervor.

Tanzende Adlige in Perücke und Gewänder gehüllt erschienen da vor dem geistigen Auge, verführerische Noblesse wie auch bei den anderen Werken, die das "Ensemble 1700" harmonisch vortrug und in das sich Dorothee Oberlinger und Francois Lazarevitch ohne Starallüren einreihten.

Gerne verzieh man da auch kleine Langeweiler wie Jean Barrieres "Sonate e-Moll op.4 Nr.3" mit gleichförmigen Melodiefolgen und das leider vom Ensemblemitglied Alexander Puliaev viel zu leise und emotionslos gespielte Cembalo-Solo "La du Vaucel" von Antoine Forqueray. Lieber ergötzte man sich da an den netten Dialogen zwischen Travers- und Blockflöte der Ausnahmekönner Francois Lazarevitch und Dorothee Oberlinger sowie der netten "Frühlings"-Zugabe aus Vivaldis "Jahreszeiten"-Zyklus.

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