Gross Kummerfeld : Zwei Künstler geben dem Barock eine Stimme

Die Sopranistin Bettina Pahn und Joachim Held an der Barocklaute bezauberten mit selten zu hörenden Klängen.
Die Sopranistin Bettina Pahn und Joachim Held an der Barocklaute bezauberten mit selten zu hörenden Klängen.

Im Kleinkummerfelder Kuhstall ließen Bettina Pahn und Joachim Held alte Instrumente und ungewohnten Gesang erklingen.

shz.de von
12. Juni 2018, 12:00 Uhr

Gross Kummerfeld | Zur dritten Veranstaltung der Kleinkummerfelder Kuhstall-Konzerte (KKK) hatte Intendant Thomas Mohr am Sonntagabend ein besonderes musikalisches Duo gewinnen können: Die Sopranistin Bettina Pahn und der Lautist Joachim Held servierten „Musicalisches Tafelconfect“ mit Arien und Lautenmusik des deutschen Barock.

Mit strahlenden Gesichtern und begeisterten Bemerkungen verließen die rund 50 Besucher den Kuhstall auf Hof Isemohr am Holtdamm. „Die Musik hat mir wirklich gut gefallen. Ich kannte die Instrumente nicht, fand ihren Klang aber wahnsinnig schön. Obwohl sie sich ungewohnt anhörte, fand ich die Musik sehr angenehm und beruhigend“, sagte Jörg Wrage nach dem Konzert.

Gastgeber Thomas Mohr kennt die beiden Künstler durch seine Tätigkeit als Professor für Gesang an der Hochschule für Künste in Bremen. Bettina Pahn, die Gesang im Fach „Alte Musik“ unterrichtet, liebt die barocke Musik: „Das Singen der Affekte ist sehr reizvoll, ich mag die vielen Verzierungen und die Beweglichkeit in der Stimme. Außerdem steht die Sprache im Vordergrund. Bei den ‚moralischen Kantaten‘ von Georg Philipp Telemann gefällt mir, dass es keine höfische Musik mehr war, sondern auf die Bürger gerichtet. Die Texte sind humorvoll und zielten darauf ab, über den Humor auf die Erziehung der Bürger zu wirken.“ Barocker Gesang kommt Bettina Pahns Stimme entgegen, wie sie erklärte: „Ich habe einen leichten, lyrischen Sopran, der sich gut dafür eignet.“ Ihren Gatten und Duo-Partner Joachim Held hat die Liebe zur Barockmusik schon früh gepackt: „In meiner Jugend ging es los, dass mich die Musik fasziniert hat, das ist mit Logik nicht erklärbar.“ Aus der Faszination hat Joachim Held seinen Beruf gewonnen, er ist Professor für Historische Lauteninstrumente. Beim Konzert präsentierte er den Zuschauern zwei heute selten gesehene und gehörte Instrumente. „Die Theorbe hat 14 Saiten und eignet sich gut zur Begleitung. Die Barocklaute hat 24 Saiten und hat ein großes Solorepertoire.“

Die nächste und letzte Veranstaltung der Kleinkummerfelder Kuhstall-Konzerte findet am Sonntag, 24. Juni, um 17 Uhr statt. Dann gibt es einen Operetten-Abend mit Tenor Thomas Mohr, Sopranistin Sonja Gebert, Pianist Mikhail Berlin und Studenten der Bremer Kunsthochschule.

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