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Amtsgericht Neumünster : Zwei Frauen vergewaltigt - Bewährung

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"Ich habe das nicht realisiert, dass ich sie vergewaltigt habe": Ein 31-jähriger Mann aus Neumünster missbrauchte zwei Frauen und war sich keiner Schuld bewusst.

shz.de von
erstellt am 04.Mai.2013 | 10:21 Uhr

Neumünster | Mit Gewalt und unter Drohungen soll ein Neumünsteraner zwei junge Frauen (18 und 19) gegen ihren Willen zum Sex gezwungen haben. Beide Taten ereigneten sich laut Anklage im Juni 2011 nur wenige Tage nacheinander. Am Donnerstag wurde der Angeklagte (31) vor dem Amtsgericht zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Bei einem Rechtsgespräch hatten alle Parteien hinter verschlossener Tür eine Einigung ausgehandelt. Im Gegenzug für die milde Strafe legte der Angeklagte ein Geständnis ab, das den beiden Opfern eine Aussage ersparte, und erklärte sich zu einer Schmerzensgeldzahlung bereit.
Der 29-Jährige war der damals 19-Jährigen zufällig begegnet, da sie nur wenige Häuser voneinander entfernt wohnten. Sie unterhielten sich, später kam es zum Geschlechtsverkehr zwischen den beiden. Einige Tage später klingelte der Angeklagte angetrunken an ihrer Tür, die junge Frau ließ ihn herein. Als er mit ihr Sex haben wollte, versuchte sie, ihn wegzudrängen. "Da habe ich ihr eine Ohrfeige verpasst und sie gezwungen", erklärte der 1,90 Meter große und 130 Kilo schwere Angeklagte.

Das erste Opfer wurde schwanger


Sein zweites Opfer, eine damals 18-Jährige, lernte er bei Facebook kennen. Nach einem ersten Treffen, bei dem noch Freunde dabei waren, kam es zu einem zweiten Besuch, bei dem der Angeklagte sie zum Sex zwang. "Ich habe eine Menge Fehler gemacht und die Situation falsch eingeschätzt. Ich dachte, sie meint ,ja und tut nur so. Ich hatte mich nicht unter Kontrolle", erklärte der Angeklagte. Er habe sich hinterher gefragt, warum die 18-Jährige keinen Kontakt mehr zu ihm wollte, und schrieb ihr aus verletzter Eitelkeit Nachrichten. "Ich habe das nicht realisiert, dass ich sie vergewaltigt habe", so der Mann.
In beiden Fällen kam es zu ungeschütztem Verkehr. Das erste Opfer wurde später schwanger. Da der Angeklagte vermutete, dass das Kind von ihm sein könnte, verlangte er von ihr per SMS, das Kind loszuwerden. Die Anwältin der jungen Frau berichtete, dass ihre Mandantin aus Angst abgetrieben habe - obwohl sie gar nicht von ihm schwanger war.
Der Angeklagte hatte die Schule nach der 7. Klasse ohne Abschluss verlassen und eine Lehre als Schlachter begonnen, später war er Hilfsarbeiter im Lager. Zur Zeit ist er arbeitslos und lebt von Hartz IV. In die Gesamtstrafe von zwei Jahren auf Bewährung ist auch ein früheres Urteil aus einem Verfahren wegen Körperverletzung einbezogen. Darüber hinaus muss der Angeklagte je 3000 Euro an die beiden Opfer zahlen und sich bei einer Beratungsstelle für Täterarbeit und Sexualtätertherapie melden. Außerdem wurde ein Kontaktverbot zu den beiden Frauen ausgesprochen.
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