Bordesholm : Zwei Fahrkartenautomaten am Bahnhof gesprengt

Von den Automaten, die in der Nacht am Bahnhof in Bordesholm gesprengt wurden, blieben nur Trümmer übrig.

Von den Automaten, die in der Nacht am Bahnhof in Bordesholm gesprengt wurden, blieben nur Trümmer übrig.

Erst vor wenigen Tagen flog im benachbarten Flintbek ein Ticketautomat in die Luft. Die Polizei sucht Zeugen.

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20. August 2020, 09:03 Uhr

Bordesholm | In der Nacht zu Donnerstag haben unbekannte Täter in Bordesholm am Bahnhof auf unterschiedlichen Bahnsteigen zwei Fahrkartenautomaten gesprengt und dadurch völlig zerstört. Die Täter entwendeten Geld.

Kleingeld und Scheine gestohlen

Die beiden Automaten wurden gegen 2.20 Uhr gesprengt. Die Kriminalpolizei vermutet, dass ein illegaler pyrotechnischer Gegenstand für die Sprengung verwendet wurde. Aus einem Fahrscheinautomat wurde augenscheinlich zumindest ein Kleingeldbehälter entwendet. Beim zweiten Automaten dürfte Geld in Scheinen in unbekannter Höhe entwendet worden sein.

Es hat heute Nacht zwischen 2.10 und 2.15 Uhr zwei Mal kurz hintereinander laut geknallt. Peter Boost
 

Peter Boost  und seine Frau Anke  waren Donnerstagmittag auf dem Bordesholmer Bahnhof unterwegs. Sie sind gerade aus Kiel gekommen. Das Ehepaar wohnt nur 600 Meter vom Bahnhof entfernt in der Mittelstraße. Die beiden meinten, dass auch andere den Knall gehört haben müssten.

60.000 Euro Schaden allein durch die Automaten

Bei beiden Fahrscheinautomaten entstand Totalschaden.  Eine Nutzung ist nicht mehr möglich.  Eine Bahnsprecherin erklärte, dass  ein Fahrausweisautomat  rund 30.000 Euro koste.

Beim Zugbegleiter melden

Fahrgäste ohne Fahrkarte werden gebeten, sich bei Einstieg im Zug umgehend beim Zugbegleiter zu melden. "Sie können dann dort eine Fahrkarte lösen. Weiterhin können Fahrgäste auch im Vorwege über die App DB Navigator ihr Ticket erwerben", erklärte die Bahnsprecherin.

Donnerstagmittag wurden die demolierten Automaten abmontiert.
Regina Doppler-Roth

Donnerstagmittag wurden die demolierten Automaten abmontiert.

 

"Das ist nicht schön, jetzt können wir gar keine Fahrkarten mehr lösen", beklagt Brigitte Kröger. Silke Haeckt war auf dem Weg nach Kiel zu ihrer Tochter und musste die Karte jetzt im Zug holen.

Das wird immer schlimmer mit dem Vandalismus. Man fühlt sich gar nicht mehr wohl. Silke Haeckt
 

Eine andere Passantin ging noch weiter: Sie sei von der Tat wenig überrascht, da sich oft "Gestalten" am Bahnhof aufhielten. Sobald es dunkel werde, fühle sie sich dort nicht mehr sicher.

Schäden werden geprüft

Die Schäden vor Ort werden derzeit geprüft. "Eventuell müssen für die Aufstellung neuer Automaten auch die Sockel und Technik erneuert werden. Es kann bis zu drei Wochen dauern, bis Fahrgästen wieder Automaten zur Verfügung gestellt werden können", sagte die Bahnsprecherin.

Der Automat ist weg, es ist nur noch der Sockel da.
Regina Doppler-Roth

Der Automat ist weg, es ist nur noch der Sockel da.

 

Bahnmitarbeiter waren Donnerstagmittag dabei,  die kaputten Automaten abzumontieren. Einer erklärte, dass die Zerstörung von Automaten in Deutschland regelmäßig zum Alltag gehöre und in letzter Zeit leider viel zu häufig vorkomme.

Polizeiwache nur 100 Meter entfernt

Nur rund 100 Meter vom Tatort entfernt liegt die Polizeiwache Bordesholm, die aber nicht immer besetzt ist. Wie die Polizei mitteilt, gilt für den Bereich Molfsee, Flintbek und Bordesholm ein gemeinsames Streifenkonzept. Der Bereich wird nachts wechselseitig von den Dienststellen bestreift.

Erst vor wenigen Tagen wurde der Fahrkartenautomat am Bahnhof im wenige Kilometer entfernten Flintbek in die Luft gejagt. Ob die Taten im Zusammenhang stehen, ist unklar.

Zeugen gesucht

Zeugen werden gebeten, sich mit der Polizei in Verbindung zu setzen. Hinweise bitte an jede Polizeidienststelle oder an den Polizeiruf 110.

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