Neumünster : Zwei Chöre wagen sich ans Weihnachtsoratorium

Gemeinsam proben der Anschar-Chor und der Elch-Chor unter Leitung von Sven Thomas Haase (links) und Christian Schröder (am Klavier) das Weihnachtsoratorium, das am Sonntag in der Anscharkirche aufgeführt wird.
Gemeinsam proben der Anschar-Chor und der Elch-Chor unter Leitung von Sven Thomas Haase (links) und Christian Schröder (am Klavier) das Weihnachtsoratorium, das am Sonntag in der Anscharkirche aufgeführt wird.

In der Anscharkirche erklingen am Wochenende Teile von Bachs Weihnachtsoratorium. Ein christlicher und ein weltlicher Chor proben gemeinsam.

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07. Dezember 2017, 12:00 Uhr

Neumünster | „Wir singen Dir in Deinem Heer aus aller Kraft Lob Preis und Ehr, dass Du, oh langgewünschter Gast, Dich nunmehr eingestellet hast.“ Die Begrüßung von Jesus Christus stimmen die Sänger des Anschar-Chors und des Eltern-Lehrer-Ehemaligen-Chors (Elch) aus aller Kraft an. Doch Sven Thomas Haase ist noch nicht zufrieden: „Diese Worte sind gewichtig, und sie müssen auch vom Klang her Gewicht bekommen“, spornt der Kantor der Anschar-Gemeinde die rund 80 Sänger an. Seit September laufen die Proben der beiden Chöre für die Aufführung des Weihnachtsoratoriums am Sonntag, 10. Dezember, auf Hochtouren, um die beiden Klangkörper unter Leitung von Haase und Christian Schröder, Lehrer an der Gemeinschaftsschule Brachenfeld, zusammenzuführen.

Das monumentale Werk von Johann Sebastian Bach wird am zweiten Advent ab 17 Uhr in der Anscharkirche erklingen; mit von der Partie sind Schüler des Oberstufenchors der Schule, Solisten und die Sinfonietta Lübeck.
  „Bach hat Kantaten zu allen Sonntagen des Jahres geschrieben, das Werk besteht aus sechs Kantaten, aber wir führen nur Teil I bis III auf, da diese zur Weihnachtszeit passen“, erklärt Haase, der seit 2006 Kirchenmusiker in der Anschar-Kirchengemeinde ist und sich dem Einstudieren komplexer Werke verschrieben hat.

Bach schrieb das etwa 90-minütige Oratorium 1734, als er Kantor der Thomaskirche in Leipzig war. Die Weihnachtsgeschichte wird musikalisch abwechselnd vom monumentalen Chor und vom Rezitator, der sparsam instrumentiert untermalt wird, erzählt. Dazu erklingen Arien von Solisten, die mit einem Choral enden. „Der Eingangschor wird in der ersten und dritten Kantate festlich instrumentiert mit Trompeten und Pauken, die zweite beginnt mit einer rein instrumentalen Hirtenmusik“, erläutert Haase.

Als Solisten wirken Lisa Dietrich (Dresden), Sopran, Nanora Büttiker (Dresden), Alt, Rainer Thomsen (Hamburg), Tenor und Andreas Heinemeyer (Hamburg), Bass, mit.

Dass ein weltlicher und ein kirchlicher Chor zusammensingen, ist nicht oft der Fall. Es wird viel gelacht bei den Proben, aber auch heftig an jedem „Ky-ri-e“, mehrstimmigen Passagen, deutlicher Sprache und genauer Stimmlage und der Harmonie ausgiebig und präzise gefeilt. Haase zollt auch Lob: „Das kommt gut hin, deutlich, ja, sehr schön, wunderbar“, heißt es, als sich die „ganze Christenheit“ freut. „Es ist schon herausfordernd, ich würde es mit keinem anderen weltlichen Chor machen, das ist ein anspruchsvolles Werk“, sagt Haase.

Vor neun Jahren sangen die zwei Chöre bereits gemeinsam. „Es ist aufregend, ganz anders, als das, was wir sonst singen“, sagen die Oberstufen-Chorsänger Lisa Zander (17), Lea Kröpelin (16) und Nico Zeichner (17). Sie singen „nur“ die Choräle mit und finden das Projekt spannend: „Das gemeinsame Singen mit so vielen Mitstreitern macht Gänsehaut, man ist ein Teil von einem großen Ganzen. Das stimmt auch auf Weihnachten ein.“ Das sehen auch erwachsene und durchaus routinierte Sänger so: „Es ist etwas schwierig und anspruchsvoll, aber wunderschön“, meint Ilka Bolduan (73) vom Elch-Chor.

Karten für das Konzert kosten zwischen 12 und 18 Euro (für Schüler und Studenten ermäßigt: 8/ 11/ 14 Euro). Diese sind noch bis zum 8. Dezember vormittags bei der Konzertagentur Auch & Kneidl, Großflecken, ohne Aufpreis zu erhalten. Restkarten gibt es an der Abendkasse.

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