Raumplanung : Zuschuss für ein neues Denken

Besucher mit Scheck: Ministerpräsident Torsten Albig (rechts) überreichte OB Dr. Olaf Tauras den Förderbescheid.
Besucher mit Scheck: Ministerpräsident Torsten Albig (rechts) überreichte OB Dr. Olaf Tauras den Förderbescheid.

Ministerpräsident Torsten Albig überreichte den Bescheid über 280 000 Euro für ein Regionalmanagement

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25. Juni 2014, 06:00 Uhr

Solche Gäste sind immer gern gesehen: Ministerpräsident Torsten Albig kam gestern in die Stadthalle, um Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras persönlich einen dicken Scheck zu überreichen: Für den Aufbau eines Regionalmanagements in Neumünster schießt das Land 280 000 Euro zu. Die Stadt muss 120 000 Euro zahlen und kann dann für drei Jahre auf zwei Hochzeiten tanzen: Zum einen soll Neumünster sich in den Gremien des Planungsraums um Kiel tummeln, mitreden und mitentscheiden, zum anderen in denen der Metropolregion Hamburg.

Das Geld wird für 1,5 Personalstellen und Sachmittel ausgegeben. „Dann können wir auch in beiden Räumen vertreten sein. Das ist derzeit aus personellen Gründen einfach nicht möglich“, sagte Tauras. Die Stellen sollten schon bald ausgeschrieben werden.

Ministerpräsident Albig lobte die Stadt über den grünen Klee. „Neumünster hat eine ganz besondere, wichtige Rolle in der Landesplanung. Als starker Wirtschaftsstandort in dieser zentralen Lage ist die Stadt wie keine andere geeignet, eine Scharnierfunktion zu erfüllen. Wir wollen Neumünster als Oberzentrum noch weiter stärken“, sagte Albig. Mit dem Regionalmanagement könne Neumünster sein wirtschaftliches Profil weiter stärken – nach der Schaffung eines überregional attraktiven Einzelhandelsangebots und der Weiterentwicklung des Messestandorts. Der Blick müsse dabei streng genommen von Berlin bis nach Schweden reichen.

In den Gremien der verschiedenen Planungsräume wird aus übergeordneter Sicht diskutiert und entschieden, wo beispielsweise neue Gewerbe- oder Wohngebiete sinnvoll sind, wo neue Verkehrsachsen entstehen sollen, welche Art der Energieerzeugung wo am meisten Sinn macht. Fachdienstleiter Bernd Heilmann von der Stadtplanung beschrieb die reine Präsenz in den Ausschüssen als sehr hilfreich: „Sie werden als Stadt ganz anders wahrgenommen. Wenn man ein eigenes Regionalmanagement hat, stärkt das die Außenwirkung ganz enorm.“

Albig wirbt intensiv für ein „neues, integriertes Denken“ und möchte weniger Wettbewerb zwischen den Städten und Kreisen, sondern mehr gemeinsame Planung. „Die Kieler sollen nicht neidisch gucken, wenn Neumünster eine tolle neue Ansiedlung hat, sondern sie sollen erkennen, dass das gut für die ganze Region ist“, sagte der MP.

Was aber bei aller Planerei nicht herauskommen wird, ist eine eigene Universität für Neumünster. „Die braucht Neumünster auch nicht. Das Land ist damit gut versorgt. Und vom Kleinflecken aus sind sie genau so schnell an der Kieler Uni wie vom Kieler Stadtteil Neumühlen-Dietrichsdorf aus“, sagte Torsten Albig.

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