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Jugendhilfeausschuss : Zuschüsse auch für Kurz-Freizeiten

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Stadt ändert ihre Förderrichtlinien. Auch Jugendhilfeausschuss stimmt für Kita-Neubau an der Gartenstadtschule

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erstellt am 11.Feb.2017 | 12:00 Uhr

Neumünster | Die Zahl der klassischen Ferienfreizeiten geht zurück. „Die Träger finden nicht mehr das Betreuungspersonal, und für viele Familien sind sie auch finanziell nicht zu bezahlen“, berichtete Thomas Wittje von der Kinder- und Jugendarbeit der Stadt im Jugendhilfeausschuss. In den vergangenen Jahren seien die Mittel für solche Freizeiten nicht einmal voll ausgeschöpft worden.

Die Stadt reagiert und passt ihre Förderrichtlinien nun an. Wesentliche Neuerung: Künftig werden auch kürzere Maßnahmen gefördert. Bislang gilt eine Mindestdauer von sieben Tagen, künftig gibt es Zuschüsse bereits ab drei Tagen. Außerdem wird „klar definiert, welche Freizeiten nicht gefördert werden können“, machte Wittje deutlich. Keine Zuschüsse etwa gibt es für Konfirmandenfreizeiten oder Fahrten zu Sportwettkämpfen. Wittje: „Wir hoffen, dass wir mit der Anpassung dem veränderten Bedarf Rechnung tragen.“ Dabei habe man vor allem Familien im Blick, die es nicht so „dicke“ haben. Der Jugendhilfeausschuss billigte als entscheidendes Gremium die neuen Richtlinien einstimmig.

Thema war auch der Standort für den geplanten Kita-Neubau in der Gartenstadt. Wie zuvor schon der Verwaltungsvorstand und der Stadtteilbeirat stimmt auch der Jugendhilfeausschuss einstimmig für die Variante direkt an der Grundschule. Kita und Schule können hier – so die leitende Überlegung – Einrichtungen wie eine Mensa gemeinsam nutzen. Auf ihre Große Anfrage erfuhr die SPD, dass der Bau für die Jahre 2018/19 vorgesehen ist und die Kita mit der neuen Mensa spätestens Ende 2019 fertig sein soll. Ein Vorziehen des Mensabaus sei nicht möglich.

Einstimmig empfahl der Jugendhilfeausschuss der Ratsversammlung zudem mehr Personalstunden im Fachdienst Frühkindliche Bildung für den vorbeugenden Kinderschutz. Das und die Beratung der freien Träger durch eine Fachkraft kostet die Stadt knapp 66  000 Euro im Jahr. „Wir reden über körperliche, seelische und sexuelle Gewalt“, sagte Fachdienstleiter Jörg Asmussen und nannte erschreckende Zahlen einer bundesweiten Studie.

Sechs Prozent der Jungen und 13 Prozent der Mädchen werden danach bis zu ihrem zehnten Lebensjahr Opfer sexueller Gewalt in der Familie. Gedacht sei an eine Art Pflichtfortbildung der pädagogischen Fachkräfte, die noch mehr für mögliche Gefährdungen des Wohles von Kindern sensibilisiert werden sollen.

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