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Bartholomäusmarkt : Zurück in die Anfänge der Stadt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Rund um die Vicelinkirche wurde zum 888-jährigen Bestehen von Neumünster ein origineller Mittelaltermarkt aufgebaut. Das Wetter spielte nicht mit.

shz.de von
erstellt am 27.Apr.2015 | 05:30 Uhr

Neumünster | Am vergangenen Wochenende feierten die Neumünsteraner ihre Stadt. Der Kleinflecken und die Wiese rund um die Vicelinkirche verwandelten sich in einen Mittelaltermarkt wie er anno 1127, dem Gründungsjahr dieses Fleckens, üblich war. Außerdem gab es anlässlich der 888-Jahr-Feier der Stadt ein Drehorgeltreffen und einen Festgottesdienst.

Gaukler und Ritter tummelten sich zwischen den Marktständen. Überall loderte offenes Feuer, es wurde geschmiedet und geschreinert, gebacken und gegrillt, Äxte und Pfeile wurden in Holz getrieben und mittelalterliche Klänge erfüllten den Platz. „Dieser Bartholomäusmarkt versetzt uns in die Zeit zurück, als der spätere Bischof Vicelin durch die Straßen seines damaligen Klosters Novum Monasterium (Neues Münster) ging und die Stadt immer mehr wuchs“, sagte Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras vor etwa 150 Bürgern. Seitdem sei Neumünster ein modernes und aufstrebendes Oberzentrum, das selbstbewusst auftritt.

Leider hatte sich das Wetter der Feierstimmung nicht angepasst. Pünktlich zur Eröffnung regnete es bis in den Abend hinein, und auch gestern hielt sich das Miesepeter-Wetter beständig. Zumindest dürften viele Besucher wegen des Wetters dem Bartholomäusmarkt ferngeblieben sein. Schade für die Gaukler und Darsteller, die zum Teil wirklich klasse waren. Insbesondere Meisterjongleur Lupus sorgte mit seinem Können nicht nur für staunende Gesichter, sondern auch mit lockeren Sprüchen für freudentränenreiches Gelächter bei seinem Publikum. An vielen Ständen hatten die Besucher Gelegenheit, selbst mal etwas auszuprobieren. Yagmur (5) wagte sich in der Kindertöpferei bei Töpfermeister Udo Neikes an ein ganz altes Handwerk. „Am Ende bekommen die Kinder eine Urkunde zur Erinnerung mit nach Hause“, verriet er. Die Pfadfinder der Anschar- und Vicelingemeinde ermöglichten Jung und Alt das gar nicht so einfache Schießen mit Pfeil und Bogen.

Musik gab es unter anderem von der Mittelalterband „The Sandsacks“. Weiterhin wurden Führungen auf den Turm der Vicelinkirche angeboten und im Eingangsbereich des Gotteshauses stand eine Gutenberg-Buchpresse, originalgetreu gebaut von Herbert Sölter aus Heide. Mehr als 100 Seiten wurden am Wochenende mit dem Gerät gedruckt. Ein besonderes Schmankerl hatte Sölter der Kirche ebenfalls als Ausstellungsstück übergeben. „Es soll eine Original-Seite aus der 42-seitigen Gutenbergbibel sein, die zwischen 1452 bis 1455 entstand“, erzählte Pastorin Simone Bremer, während sie Propst Stefan Block und OB Tauras das eingerahmte Stück Papier zeigte. Auf der angeblichen Original-Seite sind das Ende des ersten und der Anfang des zweiten Briefs des Apostels Petrus zu lesen.

Gestern setzte sich das Markttreiben am Ursprungsort Neumünsters fort. Mit einer Musikvesper in der Vicelinkirche fand die zentrale Jubiläumsfeier gestern Abend ihr Ende.

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