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Flüchtlinge in Bönebüttel : „Zur Untätigkeit verdammt zu sein, schlägt aufs Gemüt“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bönebütteler versuchen die Flüchtlinge in der Gemeinde zu unterstützen.

Bönebüttel | Wie der Alltag der Flüchtlinge in Bönebüttel sinnvoll gestaltet werden kann, das war Thema einer Veranstaltung des Vereins Unternehmen in Bönebüttel (UIB) im Gemeinderaum an der Martinskapelle mit 45 Teilnehmern. In erster Linie ging es Unternehmern, Flüchtlingen, Helfern und Gemeindemitglieder darum, sich kennen zu lernen und Anstöße für Firmen zu geben.

Der Deutschunterricht mit Koordinatorin Gisela Kummerfeld und ihren 14 Mitstreitern ist wie jeden Morgen um 11 Uhr vorbei. Das sind zwei Stunden am Tag, die die Flüchtlinge aus Bönebüttel voranbringen und die Langeweile unterbrechen. Sie haben auch bereits die Bänke der Pfadfinder gestrichen. Die Kinder dürfen zur Schule gehen, lernen Sprache, Mathematik und mehr, haben ein geregeltes Leben mit Aufgaben und Freizeit.

Manche der zurzeit 28 Bönebütteler Asylbewerber leben bereits über drei Jahre in Deutschland und haben in Bönebüttel ein neues Zuhause gefunden. Andere haben den Weg nach Deutschland und Bönebüttel erst vor wenigen Monaten gefunden. Eines haben die Flüchtlinge in Bönebüttel jedoch gemeinsam: Zur Untätigkeit verdammt zu sein, schlägt aufs Gemüt.

„Viel mehr als eine Gelegenheit zum Kennenlernen kann ein Abend nicht sein“, meinte UIB-Sprecherin Angela Humme. „Viele der Bönebütteler Asylbewerber und Asylberechtigten haben die rechtliche Voraussetzung für Hospitationen, Praktika oder auch für eine Ausbildung“, berichtete Angela Humme. Letztlich bilde Sprache die entscheidende Grundlage für eine erfolgreiche Integration und eine Zukunft der Menschen aus Syrien, Afghanistan oder anderen Ländern. Es sei wichtig, sich in die Augen zu sehen und sich kennenzulernen. Die Gesprächsrunde sollte ein Anfang sein. Immerhin konnten sich Unternehmer wie der Metallbauer Thilo Banck oder die Bönebütteler Landwirte wie Dirk Kock-Rohwer, Joachim Loop und Rolf Klein vorstellen, über Schnupperpraktika und Fördermöglichkeiten nachzudenken. Die Palette der Berufe aus dem Kreis der Flüchtlinge reicht weit: Banker, Bauingenieur, Systemadministratorin, Elektroingenieurin, Lkw-Fahrer, Metallarbeiter und Schweißer oder Zahntechniker. „Der wichtigste Schlüssel bleibe die Sprache. Deswegen können selbst Praktika unendlich wertvoll sein und sei es nur, um die Deutschkenntnisse im Alltag zu verbessern“, meinte Biobauer Dirk Kock-Rohwer.  

 

Informationen über Flüchtlinge und Arbeitsmarkt gibt es unter www.arbeitsagentur.de, über den Verein der Unternehmer, www-uib-verein.de, E-Mail: info@uib-verein.de, Ansprechpartnerin Angela Humme oder die Flüchtlingshilfe der Gemeinde mit den Ansprechpartnern Udo Runow (Bürgermeister), Katja Engelhard (Pastorin, Kita, Seelsorge), Tammo Zimmermann (Kommune, Beschaffung), Gisela Kummerfeld (Deutschkurs für Erwachsene) und Koordinatorin Beate Jentzen.



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erstellt am 26.Nov.2015 | 17:46 Uhr

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