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Glosse : Zur Krönung fehlt jetzt nur noch der Städtebecher

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Über die Frage, warum Starbucks uns einen Neumünster-Becher verweigert. Was haben Spangdahlem und Baguio, was Neumünster nicht hat?

von
erstellt am 15.Apr.2015 | 07:15 Uhr

Neumünster | Ein Meilenstein für den Handel in der Innenstadt war vor 33 Jahren die Eröffnung von C&A. Das war etwas! C&A war damals schon eine sehr bekannte Marke. Einen weiteren großen Schritt machte Neumünster mit der Eröffnung von H&M am Großflecken vor knapp 20 Jahren. Die Fans mussten nun nicht mehr nach Hamburg fahren, um die Kult-Plakate mit dem Fotomodell Anna Nicole Smith aus den Wänden der Bushaltestellen zu klauen. Plötzlich stand Neumünster auf der ganz großen Agenda.

Dann tat sich lange nichts Dramatisches im Handel unserer Stadt – bis das Ufo auf einer Wiese an der Oderstraße landete und Neumünster mit dem Designer Outlet-Center endlich auf der Weltkarte des Handels angekommen war. Während die Leute früher zum Einkaufen nach Hamburg fuhren, kommen die Hamburger jetzt zu uns. Und dann eröffnet ja auch bald das ECE, also sind keine Wünsche mehr offen?

Fast! Wir haben zwar jetzt auch eine Filiale der Weltmarke Starbucks innerhalb unserer Stadtgrenzen (nämlich im DOC), aber es fehlt die definitive Krönung: der Starbucks-Städtebecher „Neumünster“. Diese Becher gibt es hundertfach, und sie sind weltweit ein begehrtes Sammlerobjekt. In den Läden der jeweiligen Städte sind sie für kleines Geld zu haben, aber die ganz verrückten Sammler zahlen im Internet für seltene Exemplare bis zu 200 Euro. Das wäre doch eine wahrlich wunderbare Werbung für Neumünster!

Auf den Bechern ist immer etwas Typisches zu sehen: ein Fahrrad für Amsterdam, ein Krokodil für Florida, die chinesische Mauer für Beijing, die Golden-Gate-Bridge für San Francisco. Und auf dem Kiel-Becher ist wunderschön die Gorch Fock zu sehen. Ideen für den Neumünster-Becher liegen auf der Hand: die Vicelinkirche, das Rathaus, der Schwan, der Wasserturm – oder vielleicht auch Elch und Eisbär aus dem Tierpark?

Im Starbucks-Regal im DOC stehen zwar einige teure Porzellanbecher zum Verkauf, aber kein echter „City-Mug“, wie die Becher hier heißen. Eine Courier-Anfrage bei Starbucks Deutschland ergab: „Die Städtetassen stoßen bei unseren Gästen auf große Resonanz. Wir sind immer auf der Suche nach Städten, denen wir eine Tasse widmen. Zurzeit gibt es jedoch keine Pläne bezüglich einer Städtetasse für Neumünster“, war die knappe und etwas lapidare Antwort aus dem Hause des weltweiten Kaffee-Konzerns.

Liebe Chefs von Starbucks, schaut doch mal in die Liste Eurer Becher. Da stehen sogar Ramstein (7400 Einwohner) und Spangdahlem (850 Einwohner) drin! Nur weil diese Ortschaften in Rheinland-Pfalz auch einen Flugplatz der US-Army haben? Das allein kann ja wohl kein Grund sein. Es gibt sogar einen Oktoberfest-Becher und einen für die mit Recht völlig unbekannte Stadt Namur in Belgien. Und was, bitteschön, hat Baguio auf den Philippinen, was Neumünster nicht hat? Liebe Starbucks-Bosse: Merkt Ihr selber, oder?

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