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Boostedt : Zur Hochzeit vor 50 Jahren gab es ein Ferkel

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Brigitte und Peter Schade feiern goldene Hochzeit mit Kindern, Enkeln und Freunden.

Boostedt | Am Sonntag feiern Brigitte und Peter Schade aus Boostedt ihre goldene Hochzeit. Brigitte (69) war 15 Jahre alt, als sie ihren drei Jahre älteren Peter (72) kennenlernte, und sie erinnert sich ganz genau: „Mein damaliger Freund war nach Kanada ausgewandert, und ich war todtraurig. Da nahm mich eine Freundin mit zum Jahrmarkt in Lohbrügge, um mich aufzumuntern.“

Auf dem Jahrmarkt trafen die Mädchen eine Jungenclique, der auch Peter angehörte. „Die anderen Jungen waren uninteressant. Der eine konnte nicht schwimmen, der zweite nicht tanzen und der dritte hatte kein Mofa“, erzählt Brigitte Schade. Peter, der damals eine Lehre zum Tankwart machte, ließ sie nicht aus den Augen und lud sie ins Kino ein. Die beiden waren sich einig, sie wollten zusammen bleiben.

Doch so einfach war das damals nicht. Peter Schade war zur Bundeswehr gegangen (Neumünster/Boostedt), und Brigitte machte eine Lehre zur Bäckereifachverkäuferin in der elterlichen Bäckerei. Als sie ihrem Vater zu verstehen gab, dass sie sich verloben möchte, sagte dieser klar: „Nein, erst soll er Unteroffizier werden.“ Außerdem musste Peter Schade erst einmal Brötchen ausfahren und Silvester sogar in der Backstube beim Backen von Berlinern helfen. 1965 fand die Verlobung statt. „Da ich seinerzeit 19 Jahre alt und damit damals noch nicht volljährig war, musste mein Vater unterschreiben, dass er mit meiner Heirat ein Jahr später einverstanden war“, erinnerte sich Brigitte Schade. Standesamtlich geheiratet wurde am 28. Februar 1966 in Reinbek. Nach der kirchlichen Trauung am 31. Mai, die Bundeswehrkameraden standen Spalier, ging es zur großen Feier in der freigeräumten Backstube. „Ein Akkordeonspieler und ein Schlagzeuger, beide Kunden der Bäckerei, sorgten für Stimmung. Das Hauptgeschenk war ein Ferkel, das im Stall hinter der Backstube aufwuchs. Später wurde es für 300 Mark verkauft“, erinnert sich Peter Schade. Er ist vielen Boostedtern bekannt, da er nach seiner Bundeswehrzeit 1975 zur Polizei ging und von Oktober 1978 an bis zu seiner Pensionierung in der Polizeistation im Dorf arbeitete. Seine Frau war in den letzten 30 Jahren ihrer Berufstätigkeit bei der Firma Spiegelblank in einer Führungsposition tätig. Zunächst wohnte das Ehepaar in Boostedt mit den beiden Söhnen in der Bergstraße. Als ihre Wohnung dort 1981 ausbrannte, zogen sie zwei Jahre später in ihr eigenes Haus. „Ich bin wunschlos glücklich, wenn ich im Garten arbeiten kann, und wenn mein Mann ruft ,Essen ist fertig‘, komm ich rein“, schwärmt Brigitte. Beide spielen zusammen Tennis und verreisen gerne. Doch jetzt freuen sie sich auf ihre Feier mit Kindern, Enkeln und Freunden.  


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erstellt am 28.Feb.2016 | 09:00 Uhr

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