Wasserturm : Zur Halbzeit sackt der Wasserpegel ab

Rund neun Meter betrug der Pegelstand des Wasserturms am Sonnabend um 21 Uhr, zur Halbzeitpause sackte er auf 8,20 Meter ab, um dann – während der zweiten Halbzeit – wieder deutlich um einen Meter zu steigen. Zum Spielende gegen 22.45 Uhr kam schließlich der zweite Einbruch in der Aufzeichnung. Diesmal fällt der Pegel sogar auf rund 8 Meter ab.
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Rund neun Meter betrug der Pegelstand des Wasserturms am Sonnabend um 21 Uhr, zur Halbzeitpause sackte er auf 8,20 Meter ab, um dann – während der zweiten Halbzeit – wieder deutlich um einen Meter zu steigen. Zum Spielende gegen 22.45 Uhr kam schließlich der zweite Einbruch in der Aufzeichnung. Diesmal fällt der Pegel sogar auf rund 8 Meter ab.

Das Wasserwerk kann genau nachvollziehen, wann bei den deutschen Spielen der Fußball-WM Pause und Schluss ist – eine Spülanalyse.

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24. Juni 2014, 12:00 Uhr

Neumünster | Das 2:2 durch Miroslav Klose fällt in der 71. Minute. Die Spannung steigt, Torchancen auf beiden Seiten wechseln sich ab. Keine Zeit also für kleine Jungs oder Mädels. Die Blase muss stark sein. Dann pfeift der Schiedsrichter ab. Und endlich können Bier und Cola ihren natürlichen Weg nehmen. „Wir können hier am Pegelstand des Wasserturms genau sehen, wann bei den WM-Spielen der deutschen Nationalmannschaft Halbzeit und Spielschluss ist“, sagt Alexander Diertens, Leiter des Wasserwerkes der Stadtwerke am Brüningsweg.

Bis zu sieben zuschaltbare Pumpen mit einer Gesamtleistung bis zu 2500 Kubikmetern pro Stunde sorgen normalerweise für einen ständig gleichbleibenden Wasserpegel bei neun Metern im Turm an der Christianstraße. Wird aber plötzlich sehr viel Wasser verbraucht, sackt der Pegel und es dauert, bis die anspringenden Pumpen wieder das alte Niveau hergestellt haben. „Für uns gilt: Bei acht Metern ist der Turm leer“, sagt Diertens. Dann sind zwar immer noch 800.000 Liter Wasser vorhanden, die selbst bei einem Totalausfall aller Pumpen die Stadt noch eine halbe Stunde versorgen könnten. Doch die verbrauchten 100.000 Liter sind schon eine ganze Menge und für die Wasserwerk-Mitarbeiter ein klares Zeichen dafür, dass sich die Toiletten-Benutzer zwischen Einfeld und Gadeland, zwischen Tungendorf und Faldera die Klinke in die Hand gaben. „Am Sonnabendabend kam hinzu, dass es kaum eine Verfälschung durch den Wasserverbrauch in Betrieben und Unternehmen gab, denn die hatten zu der Zeit ja gar keine Produktion“, sagt Diertens. Doch bereits beim Spiel gegen Portugal am Montag vor einer Woche waren klare Einbrüche in der Pegelkurve zu erkennen, die allerdings nicht ganz so stark ausgeprägt ausfielen.

Der Werkschef outet sich übrigens freimütig als „überhaupt kein Fußball-Fan“. Ganz anders hingegen sein Monteur Felix Lembke. Er ärgert sich noch heute: „Das 2:2 habe ich blöderweise verpasst.“ Wo er war? Vermutlich als einziger auf dem Klo.

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