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Feuer in Gross Kummerfeld : Zum Löscheinsatz am eigenen Haus

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Hausbesitzer ist selbst Feuerwehrmann und ahnte nicht, dass sein Haus brannte. Die Renovierungsarbeiten waren fast abgeschlossen.

Gross Kummerfeld | Es ist ein trauriges Bild, das sich seit Donnerstag an der Hauptstraße 20 in Groß Kummerfeld bietet. Denn von dem Haus, in dem Richard Rehak (45) und seine Frau Cornelia (48) seit 2010 lebten, steht nur noch eine Ruine. „An sich hätte ich nur noch das Bad fliesen müssen, dann wären wir mit der Renovierung durch gewesen“, erzählte Richard Rehak immer noch fassungslos beim Anblick der verkohlten Balken und sich wie nach einem Abriss auftürmenden Schuttberge. Das Dreifamilienhaus ist vorgestern Abend komplett abgebrannt. Verletzt wurde niemand. Die Brandursache steht noch nicht fest.

Rehak, der sich als aktiver Feuerwehrmann in der Groß Kummerfelder Wehr engagiert, hatte zunächst geglaubt, bei dem Alarm handle es sich um eine Übung. „Ich war noch einmal in die Firma gefahren. Und Gott sei Dank waren auch meine Frau und unsere drei Hunde nicht im Haus. In der Meldung hieß es, dass sich der Einsatzort am Ehrenmal befinde. Dieses steht zwar direkt bei uns gegenüber. Aber auf den Gedanken, dass es bei uns brennen könnte, bin ich zunächst nicht gekommen. Doch dann hat mich ein Nachbar anrufen. Aber da war schon alles zu spät. Die Flammen schlugen bereits aus dem Dach“, berichtete er.

Der Alarm ging um 17.43 Uhr ein. Elf Feuerwehren waren mit insgesamt 190 Einsatzkräften vor Ort und wurden von vier Rettungsdienstkräften unterstützt. Im Einsatz waren unter anderem Feuerwehrleute aus Wahlstedt, Rickling, Fehrenbötel, Boostedt, Latendorf, Heidmühlen, Braak und Groß Kummerfeld. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte schlugen bereits Flammen aus den Fenstern im Untergeschoss. Rund ums Gebäude kam es zu einer starken Rauchentwicklung.

Für eine sichere Wasserversorgung wurden 2000 Meter B-Schlauch zur Einsatzstelle verlegt. „Um die eingesetzten Einsatzkräfte nicht zu gefährden, musste der zuerst eingeleitete Innenangriff aufgrund der verbauten Holzdecken und der Gefahr einer weiteren Durchzündung abgebrochen werden“, erklärte Einsatzleiter Jan Hauschildt. Die Löscharbeiten gestalteten sich als äußert schwierig, da das Dach aus diversen Schichten Dachpappe besteht. Die Drehleiter aus Neumünster konnte wegen eines Defekts nicht genutzt werden, es wurde die Drehleiter aus Wahlstedt geholt. Versuche, das Dach über die Drehleiter zu öffnen, waren ebenfalls problematisch. Um an alle Glutnester heranzukommen, wurde ein Bagger angefordert, der das Dach kontrolliert abgetragen hat.

Auch die Rufbereitschaft der Kreisfeuerwehrzentrale war vor Ort. Sie brachten Tauschmaterial an die Einsatzstelle, die Wehren konnten somit direkt vor Ort ihre benutzten Schläuche, leere Atemschutzflaschen, Atemschutzmasken und Lungenautomaten tauschen.

Die Hilfsbereitschaft in Groß Kummerfeld war riesig: Noch während der Löscharbeiten wurde die Dorfbevölkerung aktiv. Über 20 Frauen setzen sich über soziale Medien miteinander in Verbindung und kauften kurzerhand die umliegenden Supermärkte leer. Sie bauten in der Nähe der Einsatzstelle eine Versorgungsstelle auf. Dort konnten sich die Einsatzkräfte mit Kaffee, Tee, Kaltgetränken, belegten Broten und sogar heißer Suppe versorgen. „Das hier ist das tollste Dorf der Welt. Sie hätten mal sehen sollen, wie die Nachbarn, Landfrauen und viele andere Menschen sofort da waren, um uns zu unterstützen und die Einsatzkräfte zu versorgen. Einfach großartig“, erzählte Richard Rehak immer noch sichtlich gerührt. Die Nachlöscharbeiten zogen sich bis um 0.30 Uhr hin.

Mit viel Herzblut hatte das Paar das große Gebäude, das im Jahr 1912 gebaut wurde und seitdem immer wieder umgebaut wurde, saniert und schier zurechtgemacht. Jetzt stehen sie wieder am Anfang. „Zurzeit darf niemand das Grundstück betreten. Am Mittwoch oder Donnerstag wird die Kriminalpolizei ihre Untersuchungen fortsetzen. Aber an dem Haus ist nichts mehr zu retten. Das können wir nur noch zusammenschieben“, war sich Rehak, der selbst bei einem Abrissunternehmen beschäftigt ist, sicher.

Auch eine Unterkunft haben Richard und Cornelia Rehak bereits gefunden. „Ein Feuerwehrkamerad hat uns ohne Aufhebens sofort bei sich aufgenommen. Wir müssen jetzt erst einmal vieles regeln. Unseren Traum von einem alten Haus können wir begraben. Aber wenn mit der Versicherung alles geregelt ist, werden wir uns daran machen, ein neues Haus an gleicher Stelle zu planen. Denn hier bleiben wollen wir auf jeden Fall“, erklärte er.  

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