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Holsteinischer Courier

17. Oktober 2017 | 15:55 Uhr

Zum Jubiläum erschien Rübezahl persönlich

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Kreisgruppe der Schlesier feierte im Restaurant der Stadthalle ihr 65-jähriges Bestehen

von
erstellt am 14.Sep.2015 | 15:15 Uhr

Das war eine nette Überraschung: Rübezahl persönlich, der Berggeist des schlesischen Riesengebirges, gab sich als besonderer Gast der Kreisgruppe der Schlesischen Landsmannschaft die Ehre, um zum 65. Geburtstag der Vereinigung zu gratulieren.

Rund 50 Gäste waren der Einladung des Vorsitzenden Norbert Schwarzer auf die Galerie des Holstenhallenrestaurants gefolgt, unter ihnen der Landesvorsitzende des Bundes der Vertriebenen, Fedor M. Mrozek, der stellvertretende Stadtpräsident Wolf-Werner Haake sowie Gäste befreundeter Landsmannschaften.

Nach dem gemeinsamen Essen griff Nora Kawlath zum Akkordeon, um das schlesische Lied „Kehr ich einst zur Heimat zurück“ zu begleiten.

Anschließend erinnerte Schwarzer an die Traditionen der Schlesier in Neumünster, die bereits 1920 einen eigenen Verein an der Schwale gründeten. Die Abtretung wichtiger wirtschaftlicher Teile Schlesiens an Polen hätten zu der Ausreise nach dem ersten Weltkrieg geführt, so Schwarzer. Stolz präsentierte er die Fahne dieser Gruppe von 1920, auf der die Wappen der drei Regierungsbezirke Liegnitz, Oppeln und Breslau eingearbeitet sind und eine Fahnenschleife zur Fahnenweihe von 1925, „die die Jungfrauen und Frauen der Schlesier gestickt hatten“, wie im Courier seinerzeit zu lesen war.

Zum 65. Geburtstag ehrte Schwarzer fünf Mitglieder, die seit dem Gründungsjahr dabei sind: Hildegard Balke, Georg Fellmann, der lange Jahre verschiedene Leitungsfunktionen inne hatte, Erika Künzel, Sieglind Zabock und Theresia Theinert, die erst kürzlich ihren 100. Geburtstag feierte (der Courier berichtete). Die Geehrten erhielten Blumen und Urkunden zur Erinnerung.

Doch Rübezahl wäre kein wahrer Berggeist, wenn er sich nicht verwandeln könnte: So erschien er zum Vergnügen der Gäste auch als Multi-Kulti-Freak und sang in schlesischer Mundart politisch ganz aktuell: „Jedes Volk hat seine Art, deshalb ist jedes Volk etwas wert.“ Alois Burkert, ein Tierarzt aus Bayern, war der Geist, der von sich behauptet, „im Hauptberuf Schlesier“ zu sein. Um die schlesische Mundart zu pflegen, wurde auch auf dem Jubiläumsnachmittag gemeinsam gesungen.


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