Neumünster : Zugaben fürs Jazz-Publikum

Gitarrist und Bandleader Rick-Henry Ginkel glänzte nicht nur  mit seinen Soli, auch als Begleiter zeigte er sein Können an der E-Gitarre.
Gitarrist und Bandleader Rick-Henry Ginkel glänzte nicht nur mit seinen Soli, auch als Begleiter zeigte er sein Können an der E-Gitarre.

80 Zuhörer in der Stadtbücherei erlebten vom „Cosmopolitan Sextet“ eine Premiere.

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19. Februar 2018, 10:26 Uhr

Neumünster | Für den Jazz-Club Neumünster waren das gleich zwei Premieren am Freitagabend in der Stadtbücherei. Noch nie hat ein Sextett dort an der Wasbeker Straße gespielt und zum ersten Mal spielte das „Cosmopolitan Sextet“ zwischen Bücherregalen. Knapp 80 Musikliebhaber schenkten der jungen Formation ihr Vertrauen und wurden nicht enttäuscht.

Die jungen Musiker aus dem Saarland spielten nicht nur Stücke von ihrem viel gelobten Debütalbum „Cosmopolitan“ mit ausschließlich Eigenkompositionen der Bandmitglieder, sondern flechteten auch neue oder neuarangierte Stücke in ihr Konzert mit ein. Die Jazzformation „Cosmopolitan Sextet“ rund um Gitarrist und Bandleader Rick-Henry Ginkel ist schon ein besonderes Konstrukt. Der Name Cosmopolitan kommt nicht von ungefähr. Jeder komponiert und jeder bringt seinen eigenen kulturellen Background (Ukraine, Ecuador, Italien, Deutschland) in die Kompositionen und in den typischen Bandsound ein. Rick-Henry Ginkel hat seine fünf Mitspieler einst in der Musikhochschule Saarbrücken kennengelernt. Mittlerweile sind die Musiker an anderen Wirkungsstätten im In- und Ausland aktiv.

Doch zu Cosmopolitan-Projekten finden sie immer wieder zusammen. Dieser Mix unterschiedlicher Stile mit Anleihen aus Barock, Klassik, Folklore oder Swing sowie das gleichberechtigte Miteinander der Musiker waren das herausragende Erlebnis des Abends.

Einige Stücke klangen nach Weltmusik, andere eher funky oder entwickelten einen Latin-Charakter. Ein musikalischer Höhepunkt dürfte das Stück „Brown Sugar“ gewesen sein. Der Komponist hatte beim Komponieren dieses Musikstücks eine Tasse richtig guten italienischen Espresso mit einem Stück braunen Zucker vor Augen. Als tragendes Instrument dieses Stückes spielte Stanislav Zhukovsky das armenische Nationalinstrument Duduk mit seinem dunklen, samtigen Klang so ergreifend, dass ein Raunen im Publikum zu hören war.

Am Ende des Konzertes stand das Publikum und erklatschte sich Zugaben vom „Cosmopolitan Sextet“.

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