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Holsteinischer Courier

12. Dezember 2017 | 17:28 Uhr

Hansaring : Züge bremsen Retter an neuer Wache

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Nur 50 Meter neben der neuen Alarmausfahrt verläuft die Bahnstrecke Neumünster-Heide. Absprachen mit der Bahn sind nicht möglich.

shz.de von
erstellt am 03.Jan.2014 | 05:00 Uhr

Neumünster | Eigentlich soll mit dem neuen Standort der Feuer- und Rettungswache im Gefahrenabwehrzentrum alles besser werden. Endlich entsprechen die Fahrzeughallen der genormten Größe, in dem modernen Zweckbau sind genügend Arbeits- und Sozialräume vorhanden und von dem Gelände können die Einsatzfahrzeuge alle Ziele in der Stadt in den vorgegebenen Hilfsfristen einhalten – theoretisch. Denn nur 50 Meter neben der künftigen Alarmausfahrt zum Hansaring, über die alle Einsatzfahrzeuge der Berufsfeuerwehr, der Freiwilligen Feuerwehr Stadtmitte und des Katastrophenschutzes ausrücken, befindet sich die Bahnlinie Neumünster-Heide. Kommt dort ein Zug aus Neumünster und hält am Bahnhof Stadtwald müssen die Feuerwehrleute aber erst einmal minutenlang vor den Schranken warten.

„Geschlossene Schranken sind immer ein Problem, aber wir dürfen in den Bahnverkehr nicht eingreifen“, sagt der stellvertretende Chef der Berufsfeuerwehr, Rainer Scheele. Neben Glatteis und Verkehrsbehinderungen tragen sie dazu bei, dass die Retter es manchmal eben nicht in den vorgegebenen Zeiten zum Einsatzort schaffen. Dennoch brauche der Bürger keine Angst zu haben. „Wir müssen natürlich abwarten, wie sich das entwickelt. Im Moment glaube ich aber, dass wir dort sehr selten stehen werden, weil die Strecke nicht so befahren ist“, sagt Scheele. Schlimmer sei die Situation an Übergängen der Hauptverkehrsstrecke Hamburg-Kiel-Flensburg, etwa in Einfeld.

Das Procedere bei geschlossenen Schranken ist jedem Feuerwehrmann und Rettungsassistenten bekannt. Die Einsatzwagen fahren an den wartenden Autos vorbei und halten auf der Gegenfahrbahn direkt vor den rot-weißen Balken. Sobald sich diese öffnen queren die Fahrzeuge den Übergang als erstes und reihen sich wieder auf der richtigen Seite ein. An die anderen Verkehrsteilnehmer appelliert Scheele, solange zu warten, bis Kranken- und Feuerwehrwagen vorbei sind. Der Halt und die Wartezeit werden der Leitstelle gemeldet und später im Einsatzbericht dokumentiert. „Eine konkrete Auswertung haben wir aber noch nicht gemacht“, so Scheele.

„Es kann natürlich an dem Übergang Hansaring zu prekären Situationen kommen“, gesteht auch Bahnsprecherin Sabine Brunkhorst ein. Gleichzeitig stellt sie aber klar: „Der Bahnhof Stadtwald und der Bahnübergang waren zuerst da. Das hätte man bei dem Neubau also berücksichtigen können.“ Doch auch sie sieht ein eher geringes Konfliktpotenzial. „Selbst bei vielen Fahrgästen hält der Zug im Bahnhof nur ein bis zwei Minuten. Außerdem fahren auf der eingleisigen Strecke in zwei Stunden nur zwei Züge.“

Eingriffsmöglichkeiten für den Lokführer oder das Stellwerk gebe es bei Einsätzen nicht, auch Absprachen seien nicht möglich. „Das ist alles automatisiert. Der Zug fährt über Kontaktschwellen. Da kann man nichts ändern“, sagt sie.

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